Weidel plädiert für Ruhe im Grönland-Streit – AfD uneins

Alice Weidel, Vorsitzende der AfD, rät angesichts der jüngsten Drohungen von US-Seite, Grönland notfalls gewaltsam zu übernehmen, zu besonnener Zurückhaltung.

heute 07:02 Uhr | 10 mal gelesen

„Man sollte bei dem Thema nicht in hektische Aufregung verfallen“, erklärte Weidel gegenüber der Welt am Sonntag – fast schon mit einem Schulterzucken in der Stimme. Ihrer Ansicht nach bringen immer steilere Worte keine Lösung näher, sondern nur mehr Wirbel. Ganz nebenbei erinnerte sie daran, dass die USA sich an Grönland schon seit vielen Jahrzehnten die Zähne ausbeißen: So neu sei dieses Interesse also gar nicht. Auf die Frage, wie die AfD im Fall einer Regierungsbildung damit umgehen würde, spielte sie den Ball erstmal nach Kopenhagen und Washington: „Das ist in erster Linie Sache von Dänemark und den USA.“ Doch in der eigenen Partei gibt es Widerrede. René Aust, der die europäische Rechtsaußen-Fraktion ‚Europa der Souveränen Nationen‘ leitet, will, dass Deutschland sich klar auf die Seite Dänemarks schlägt. Für ihn ist es eine Frage des Respekts vor den Einwohnern Grönlands und ihrer Mutter Dänemark: Die Zukunft des Eilands sei keine Angelegenheit von Fremden, sondern der Menschen, die dort tatsächlich lebten.

Weidel betont, auf die anhaltenden und erneuten US-Bestrebungen nach Einfluss oder gar Kontrolle über Grönland sei mit Gelassenheit zu reagieren. Damit stehe sie innerhalb der AfD nicht allein da, auch weil die Affäre an alte diplomatische Rituale erinnert, die mehr mit Symbolpolitik als tatsächlicher Gefahr zu tun haben. Während sie abwartende Zurückhaltung predigt und auf internationale Gepflogenheiten verweist, findet René Aust, es sei Zeit für eine klare Positionierung Deutschlands auf Seiten Dänemarks zum Schutz des Selbstbestimmungsrechts Grönlands – ein Standpunkt, der innerhalb Europas durchaus Rückhalt hat. Aktuelle Medienberichte betonen dabei immer wieder die Brisanz geostrategischer Interessen in der Arktis und das wachsende Spannungsfeld zwischen den USA, Europa und asiatischen Akteuren. Laut mehreren Experten geht es um militärische wie wirtschaftliche Faktoren, Klimaaspekte und die Rechte der indigenen Bevölkerung, wobei viele Artikel die Unsicherheiten durch die unberechenbare Rhetorik internationaler Politiker ansprechen.

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