Gasversorgung bleibt belastbar – Versorgungssicherheit trotz Kälte garantiert

Auch angesichts frostiger Wintertage können sich Verbraucher in Deutschland auf eine solide Gasversorgung verlassen. Die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung.

heute 01:02 Uhr | 6 mal gelesen

Man könnte meinen, der Winter legt die Gasversorgung lahm – aber aktuell sieht es danach wirklich nicht aus. Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, brachte es in einem Interview auf den Punkt: Die Lage bleibt ruhig, die Speicher sind gut befüllt. Die Zahlen: Zur Jahreswende beträgt der Füllstand 50,5 Prozent. Klar, das sind weniger Vorräte als zuletzt – aber wenn man bedenkt, wie sich der Gasmarkt gewandelt hat, ist das alles andere als Grund zur Panik. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 864 Terrawattstunden Gas verbraucht, das ist etwas mehr als im Vorjahr, jedoch immer noch 13,5 Prozent unter dem Durchschnitt der Vor-Coronajahre 2018 bis 2021. Haushalte und Gewerbe teilen sich gut 40 Prozent, der Rest fließt in die Industrie. Spannend: Ein recht milder Durchschnittswinter (10,0 Grad) dämpft die Heizlaune, ganz im Gegensatz zu den extremen Phasen davor. Bei den Importen hält Norwegen mit 44 Prozent weiter die Stellung als wichtigster Lieferant. Belgien und die Niederlande folgen, und die neuen LNG-Terminals, die inzwischen zehn Prozent zu den Gasimporten beisteuern, gelten als Trumpfkarte für die Unabhängigkeit. Überraschend vielleicht: Deutschland exportiert mittlerweile mehr Gas – 221 TWh in diesem Jahr, deutlich mehr als letzte Saison. Österreich, Tschechien und die Schweiz sitzen dabei in der ersten Reihe, wenn es ums Abnehmen geht. Noch ein kurzer Blick auf die Speicher: Für November gibt es ein verbindliches Ziel (80 Prozent), regionale Schwankungen eingerechnet bleibt Deutschland im Schnitt stabil – und erfüllt sogar alle europäischen Vorgaben. Mal ehrlich: Diese Kontinuität hätte man angesichts der Turbulenzen der letzten Jahre nicht unbedingt erwartet.

Deutschlands Gasversorgung zeigt sich selbst in kalten Winterphasen widerstandsfähig, mit Füllständen in den Speichern, die zwar unter dem Vorjahreswert, aber dennoch auf sicherem Niveau liegen. Norwegen bleibt der wichtigste Lieferant, wobei Flüssigerdgas (LNG) aus Terminals eine wachsende Rolle spielt – als Konsequenz auf die Unsicherheiten der letzten Jahre. Insgesamt verbraucht das Land weiterhin weniger Gas als in den Jahren vor der Energiekrise, und neue Exportrekorde deuten auf ein verändertes Gleichgewicht im europäischen Gashandel hin. Recherche-Ergänzung: Neueste Berichte betonen, dass Deutschland stärker als andere EU-Länder auf den Ausbau der LNG-Infrastruktur setzt, um russische Importe langfristig zu ersetzen (Quelle: [sueddeutsche.de](https://www.sueddeutsche.de)). Außerdem wurde letzte Woche in der EU ein weiterer Mechanismus zur Überwachung der Gaspreise eingeführt, um Spekulationen und Preissprünge abzufedern (Quelle: [faz.net](https://www.faz.net)). Gleichzeitig warnen Energieexperten, dass die hohe Exportquote von Gas als Nebeneffekt des Überangebots zwar kurzfristig positive Effekte habe, langfristig aber kritische Infrastrukturfragen aufwerfe (Quelle: [zeit.de](https://www.zeit.de)).

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