Laschets Kritik zielt darauf ab, dass Minister der aktuellen Bundesregierung zu stark auf die Kanzlerlinie fixiert sind und eigenverantwortliches Handeln vermissen lassen. Seine Forderung nach mehr Selbstständigkeit erinnert an frühere Zeiten, in denen Fachminister wie Norbert Blüm zentrale Reformen selbst prägten. Angesichts außen- und innenpolitischer Herausforderungen – etwa die Debatten um wirtschaftliche Strukturreformen, Haushaltsdefizite und die Notwendigkeit zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts – kommt von verschiedenen Seiten der Wunsch, dass Minister sich als Gestalter begreifen und nicht nur als Ausführer der Kanzlervorgaben. Erst kürzlich gab es auch aus der Wirtschaft Kritik an der deutschen Industriepolitik, und Gewerkschaften fordern konkrete Politikansätze zur Transformation des Arbeitsmarktes. Das politische Klima wird zudem von internationalen Krisen, den laufenden Haushaltsverhandlungen und der anstehenden Rentenreform geprägt, die erneut zeigt, wie wichtig die eigene Handschrift von Ministerien sein kann.
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