„Unvermeidlich werden wir künftig mit weniger Parkplätzen auskommen müssen, wenn wir ernsthaft auf die Klimakrise reagieren wollen“, betont Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags. Die alte Philosophie von sechs Spuren Asphalt pro Richtung sei überholt – jedem neuen Baum oder Wasserspeicher mache ein Parkplatz oder ein Stück Straße Platz. Jung zieht Vergleiche zu innovativen Städten wie Kopenhagen oder Oslo, wo das Auto längst nicht mehr alles dominiert und Menschen offenbar trotzdem irgendwie zurechtkommen – vielleicht sogar besser. Die Mischung aus Verzweiflung und Tatendrang ist greifbar, wenn er von sinkenden Flusspegeln und ausgedörrtem Stadtgrün spricht: Es geht um nicht weniger als das Überleben urbaner Lebensqualität. Im Moment, so Jung, fehle es Kommunen an finanzieller Power: 'Das Thema Klimaanpassung gehört eigentlich ins Grundgesetz, als gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden.' Notwendig sei eine deutliche Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, Anwohnerparkzonen, Carsharing-Initiativen und Platz für Fahrräder – alles Dinge, die sich wie die Zutaten eines modernen Märchens anhören, aber real werden müssen, wenn Städte nicht buchstäblich überhitzen sollen. Die Stimmung in den Rathäusern ist angespannt, fast schon labil. Jung mahnt: „Viele Kommunen können kaum noch atmen, wenn nichts passiert, drohen nicht nur Haushaltsnotstände, sondern auch ein gefährliches Schwinden vom Vertrauen in die Demokratie.“ Er schlägt Sofortprogramme und eine neue Verteilung der staatlichen Aufgaben vor: Mehr Umsatzsteuer für Städte, eine zentrale Verwaltung von Kindergeld oder Fahrzeuganmeldungen – der Katalog wirkt fast schon verzweifelt. Als letzten Ausweg sieht Jung ein Sondervermögen, wie zuletzt für Verteidigung und Infrastruktur. Einen Hoffnungsschimmer? Allenfalls auf Kredit.
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags, sieht in der drastischen Reduzierung von Parkplätzen und Autoverkehr einen nötigen Schritt, um Städte hitzeresilient und nachhaltiger zu machen. Er fordert, dass das Thema Klimaanpassung ins Grundgesetz aufgenommen wird – nur so würden Kommunen genug Mittel erhalten, um maßgebliche Investitionen vorzunehmen, insbesondere in grüne Stadträume und den Nahverkehr. Aktuelle Berichte anderer Medien untermauern die prekäre Finanzlage der Kommunen: In mehreren deutschen Städten drohen sogar Haushaltsnotstände, da die steigenden Ausgaben in Bereichen wie Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz nicht mehr gedeckt werden können. Seit Anfang Juni spitzte sich die Debatte um Priorisierung öffentlicher Flächen zu – zum Teil wird eine autofreie Innenstadt, wie sie bereits in Amsterdam oder Oslo existiert, als Vorbild diskutiert. Laut jüngster Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unterstützen mittlerweile über 55 Prozent der Deutschen eine Umwidmung von Parkraum zugunsten von Bäumen, Spielplätzen oder Sitzflächen, insbesondere in Großstädten. Die Bundesregierung signalisierte zwar zuletzt Unterstützung für Klimaanpassungen in Städten; konkrete finanzielle Zusagen bleiben aber bislang aus, so etwa nachzulesen in aktuellen Berichterstattungen der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT.