Weniger Wischen, mehr Wiese: Kindliche Entwicklung braucht echte Bewegung

Gleisdorf – Immer mehr Kinder verlieren sich in digitalen Bildschirmen – und verlieren dabei ihre natürliche Freude an Bewegung und Begegnung. Marco Schnabl, Gründer von body’n brain, sieht darin keine Zufälligkeit: Ohne gezielte Erlebnisse für Körper und Kopf geraten Kinder leicht aus dem Gleichgewicht. Hier lesen Mütter, Väter und Lehrkräfte, warum echte Aktivität heute wichtiger ist denn je – und wie sie den Spagat zwischen Technikzeit und Kindsein schaffen.

06.01.26 12:59 Uhr | 6 mal gelesen

Wer erinnert sich noch an den letzten selbstgebauten Staudamm am Bach oder das ungestüme Herumrennen auf dem Schulhof? Heute sehen die Nachmittage vieler Kinder anders aus: Statt Matsch an den Fingern gibt's Touchscreen-Spuren. Digitales Lernen, Handy, Tablet und Co. versprechen Bildungsvorsprung und organisatorische Erleichterung, aber etwas Entscheidendes bleibt dabei oft auf der Strecke – das echte, ungefilterte Erleben. Schulen setzen zunehmend auf moderne Technik, doch das stille Opfer heißt Bewegung.

Das rächt sich: Konzentrationsdefizite, Rastlosigkeit, Haltungsschäden und stockende Sprachentwicklung zeigen, wie sehr der Ausgleich fehlt. "Ein Warnsignal ist oft, wenn Kinder nur schwer abschalten können und ständig überdreht wirken", beobachtet Marco Schnabl, Gehirntrainer und Initiator von body’n brain.

Sein Ansatz ist bodenständig und dennoch erstaunlich: Damit ein Kindergehirn gut wächst, braucht es genau das, was man nicht downloaden kann – Laufen, Springen, Sonnenlicht, Spielen und echte Begegnung. Das von ihm entwickelte Bewegungstraining hat bereits Tausende Trainer:innen und Zehntausende Kinder erreicht. Die Quintessenz: Hightech allein macht keine schlauen Köpfe. Nur direkt erfahrbare Reize – wie Greifen, Balancieren, Rennen – fördern das Zusammenspiel von Körper und Denkapparat.

Was schiefläuft, wenn der Körper pausiert

Bekommt das kindliche Gehirn über längere Zeit zu viele digitale Reize und zu wenig Bewegung, schaltet das Nervensystem praktisch in Daueralarm. Die Folgen: Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, motorische Einschränkungen und emotionale Unruhe. Vom Hippocampus, der für Erinnerung und Lernen zuständig ist, bis hin zu den exekutiven Funktionen des Frontalhirns – alles bleibt unterfordert.

Dazu kommt, dass Kinder immer weniger Sonnenlicht abkriegen – das trübt nicht nur die Laune, sondern macht auch müde. Wer ewig nah am Bildschirm bleibt, riskiert außerdem Überforderung – und lässt Augen müde werden. Nebenbei verkümmern soziale Instinkte und motorische Kompetenzen, weil gemeinsames, aktives Spielen auf der Strecke bleibt.

Das körpereigene Fitnessstudio: Warum Bewegung Hirnwachstum anstößt

Die Natur hat’s eigentlich anders vorgesehen: Bewegung ist das Grundnahrungsmittel für Hirnschaltkreise. Jede sensorische Erfahrung – von Waldspaziergang bis Schnitzeljagd – vernetzt lebendige Synapsen, fördert Stressabbau und bringt wichtige Glückshormone ins Gleichgewicht. Ohne diese Impulse bleibt das Gehirn im Überforderungsmodus.

Schnabls Lösung heißt daher nicht Verzicht auf digitale Medien, sondern gezieltes Nachlegen: kurze, praxistaugliche Bewegungsroutinen, regelmäßiger Aufenthalt im Tageslicht und Sorgfalt bei der Wahl der Medienzeiten. Das trainingsbasierte Konzept von body’n brain gibt Eltern und Lehrkräften die Werkzeuge in die Hand, um Kindern wieder innere Balance zu schenken.

Kleine Schritte, große Wirkung: Der Anti-Bildschirm-Plan für Familien

Tipp eins: Mehrere kurze Bewegungsphasen über den Tag verteilt – reichen schon, um Kopf und Körper aus der Starre zu holen. Tipp zwei: Gönnen Sie sich und dem Kind regelmäßig kleine Bildschirmpausen mit Ausblick ins Grüne. Tipp drei: Gemeinsame Zeit draußen und echtes Spielen bauen soziales Selbstvertrauen auf.

body’n brain bietet dazu nicht nur Kinderkurse, sondern auch eine unkomplizierte Trainer:innen-Ausbildung für Erwachsene – egal ob Lehrer, Erzieher oder einfach begeisterte Eltern.

Schnabl fasst zusammen: "Wer Bewegung, Licht und Begegnung wieder in den Alltag zurückholt, ermöglicht Kindern neue Neugier und Stressfreiheit – und holt ein Stück Lebensfreude zurück."

Botschaft an Eltern und Schule: Es braucht Mut zur Bewegung

Die Erfahrung zeigt: Kinder profitieren enorm, wenn sie weniger im Loop der Reize hängen, sondern ihre Sinne mit der echten Welt verknüpfen. Sie werden widerstandsfähiger, konzentrierter, sozial sicherer. Schnabl mahnt: "Digitale Fähigkeiten ersetzen nicht die Basis – sie setzen darauf auf." Deshalb braucht es jetzt Menschen, die Kindern Raum für echtes Erleben verschaffen – keinen weiteren App-Download.

Weitere Infos zur Trainer:innen-Ausbildung gibt es auf der body’n brain-Website.

Pressekontakt:
Vitacia GmbH, Geschäftsführer: Thilo Schneider, Marco Schnabl
E-Mail: info@body-brain-activity.com
Weitere Infos: kindertrainer.info

Kindgerechte Entwicklung braucht mehr als Wissen am Tablet: Ohne regelmäßige, kräftige Bewegungen, Sonne und echte Begegnung kommt das kindliche Gehirn ins Schleudern – das belegen nicht nur aktuelle Studien, sondern spiegelt sich tagtäglich im schulischen und familiären Alltag. Experten warnen verstärkt vor Bewegungsmangel und digitaler Überforderung: So empfehlen Kinderärzte und Neurowissenschaftler, dem Trend zu wachsenden Übergewichtsraten und psychischen Auffälligkeiten durch bewusste Reduktion der Bildschirmzeit entgegenzusteuern und etwa Sportangebote an Schulen auszubauen. Neueste Meldungen berichten, dass auch in deutschen Bildungsdiskussionen und Initiativen über bessere Balance zwischen digitalen Medien, Lebensalltag und Bewegungsfreude gestritten wird, wobei alternative Programme wie body’n brain als vielversprechendes Beispiel für alltagstaugliche Prävention gehandelt werden.

Schlagwort aus diesem Artikel