Markus Söder sieht deutsche Aufregung über Venezuela-Ereignisse skeptisch

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder hat kein Verständnis für die zum Teil emotionalen Reaktionen in Deutschland auf den Sturz von Venezuelas Präsident Maduro durch US-Militärkräfte geäußert.

06.01.26 12:52 Uhr | 19 mal gelesen

Ehrlich gesagt, das ganze Getöse in Deutschland wegen der Militäroperation der USA in Venezuela verstehe ich nicht wirklich, betonte Söder zum Auftakt der CSU-Klausur im Kloster Seeon. Für ihn stehe im Vordergrund, dass 'Maduro weg ist' und in seinen Augen sei das erstmal das Entscheidende, nicht die juristischen Feinheiten oder Empörung, die sich nun Bahn breche. 'Die Aufregung hierzulande hat schon seltsame Züge, manchmal wirkt sie überzogen', so Söder. Entscheidend sei aus seiner Sicht gar nicht so sehr, wie rechtlich argumentiert wird, sondern welche Konsequenzen für Europa daraus gezogen werden müssten: "Es geht darum, wie wir als Kontinent unsere Rolle stärken können. Momentan sind wir global nahezu unsichtbar, bei internationalen Themen werden die europäischen Institutionen kaum gefragt." Ein Glück, fügte Söder mit einem Seitenblick auf die aktuelle deutsche Spitze hinzu, sei Bundeskanzler Friedrich Merz für die USA ein Ansprechpartner, sonst wäre 'Europa fast komplett ohne Stimme geblieben'. Er hinterfragte damit das Selbstbewusstsein – oder mangelnde Gewicht – europäischer Politik auf der Weltbühne.

Markus Söder, der insgesamt eher nüchtern auf die jüngsten Ereignisse in Venezuela blickt, kann kaum nachvollziehen, warum in Deutschland eine lautstarke Debatte über die Rolle der USA und den Sturz Maduros entstanden ist. Für ihn steht Europas geopolitische Schwäche im Vordergrund – die Debatte hierzulande hält er für überhitzt und ablenkend vom eigentlichen Problem: Die EU spielt bei solchen internationalen Entwicklungen kaum eine Rolle. Auch andere Stimmen aus Politik und Medien äußern in den letzten Tagen verstärkt Kritik am Unvermögen Europas, eigene Interessen mittels klarer außenpolitischer Strategien zu vertreten. Bei meiner Recherche zeigt sich, dass die Diskussionen zu Venezuela weitergehen – und die Frage nach einer unabhängigen, konsistenten Europa-Strategie lauter wird.

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