Stellen Sie sich vor, Sie schicken zum Online-Shopping nicht sich selbst, sondern beauftragen eine smarte Software. Scheint noch Zukunftsmusik, oder? Doch die Zahlen zeigen, dass dieses Szenario bereits an der Schwelle zur Realität steht: Fast 60 % der Befragten einer aktuellen Studie könnten sich vorstellen, dass eine KI für sie Produkte auswählt, und über die Hälfte möchte ihr sogar das Bezahlen überlassen. Offenbar reizt viele vor allem die Idee, sich nicht mehr durch Preisvergleiche quälen zu müssen und Routineeinkäufe clever zu automatisieren. Das Argument, dass KI-Agenten emotionslos und nüchtern entscheiden, klingt im ersten Moment vielleicht unromantisch, aber auch sinnvoll – wer kennt nicht diese impulsiven Spontankäufe?
Beim Blick auf die Einzelheiten zeigen sich aber auch ganz klassische Anforderungen: Anwendung muss einfach und nachvollziehbar sein, und das Thema Sicherheit steht erwartungsgemäß fast an erster Stelle. Laut Mastercard Deutschland geht es letztlich darum, Kontrolle und Transparenz konsequent zu verankern – das dürfte für viele der Knackpunkt sein. Spannend übrigens: Schon jetzt setzen etliche Nutzer:innen auf Chatbots, virtuelle Anproben und Empfehlungen – vor allem die jüngere Generation, die ohnehin mit einer digitalen Selbstverständlichkeit aufwächst.
Was man unter 'Agentic Commerce' versteht? Im Kern übernimmt eine KI nach zuvor festgelegten Richtlinien den gesamten Einkaufsprozess – von der Suche bis zur Bezahlung. Dabei bleibt aber: Die Nutzer:innen bestimmen die Regeln.
Übrigens: Die Mastercard-Studie beruht auf Befragungen von etwas mehr als 1.000 Menschen. Sie ist keinesfalls das Orakel, zeigt aber zumindest eine wachsende Aufgeschlossenheit und vielleicht sogar Neugier auf einen Wandel in unserem Alltag.
Die jüngste GfK-Studie im Auftrag von Mastercard macht deutlich: Die Deutschen sind bereit, KI-Agenten im Onlinehandel einzusetzen – vorausgesetzt, Vertrauen und Kontrolle bleiben erhalten. Besonders kaufentscheidend ist für Befragte die Nachvollziehbarkeit aller Abläufe und die sichere Handhabung ihrer persönlichen Daten. Interessant: Bereits jetzt lassen sich Impulskäufe und Empfehlungen durch KI identifizieren, was auch neue Fragen zur Manipulation, Datenschutz und Verantwortung aufwirft. International betrachtet experimentieren sowohl große Konzerne als auch Start-ups zunehmend mit KI-Agenten, wobei die Gesetzgebung und Verbraucherverbände weiter am Ball bleiben, um Missbrauch vorzubeugen. Hinzu kommt, dass Meldungen der letzten Tage auch auf regulatorische und gesellschaftliche Herausforderungen bei der Einführung von KI-Agenten hinweisen, beispielsweise bei grenzüberschreitenden Zahlungen oder personalisierten Angeboten, die Diskriminierungspotenzial bergen.