Der Bochumer Ökonom Martin Werding hat sich im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ recht eindeutig positioniert: Die von Trump angedachten Zölle dürften von Seite der EU keineswegs widerspruchslos hingenommen werden. Wegen der konkreten Drohungen im Zusammenhang mit Grönland - dieses Thema wirkt auf den ersten Blick fast kurios, berührt aber handfeste politische Prinzipien – befürwortet Werding, dass sämtliche, bereits zuvor diskutierten Vergeltungsmaßnahmen wieder ernsthaft erwogen werden. Er argumentiert, der US-Präsident zeige gerade ziemlich direkt, dass es nicht mehr um gemeinsame Sicherheitsinteressen gehe, sondern um handfeste territoriale Begehrlichkeiten. Staaten wie die USA, die mit solchen Ansprüchen Souveränität und Bündnisfähigkeit offen in Frage stellen, riskierten so letztlich das gesamte NATO-Gefüge. Übrigens sei die ganze Zollthematik streng genommen nur eine von mehreren Reibungsflächen – aber gerade deswegen dürfe die EU Handelsthemen nicht fahrlässig aus der Hand geben. Insgesamt klingt da durchaus etwas Trotz mit, so als wolle Werding verhindern, dass Europa sich kleinlaut aus dem Feld schlagen lässt.
Der Ökonom Martin Werding fordert die EU auf, im Konflikt mit den USA eine entschlossene Haltung zu zeigen – speziell nachdem Präsident Trump mit Zöllen und Gebietsansprüchen im Zusammenhang mit Grönland gedroht hatte. Werding sieht hierin weit mehr als bloßen Wirtschaftsschutz: Es geht für ihn um nicht weniger als den Bestand und die Glaubwürdigkeit der Bündnispolitik Europas innerhalb der NATO. Jüngste Berichte zeigen, dass Zölle und wirtschaftlicher Druck in internationalen Beziehungen immer häufiger als politische Waffe eingesetzt werden, wobei die EU zunehmend vor der Herausforderung steht, ihre eigenen Interessen geschlossen zu verteidigen. Nach aktuellen Analysen von verschiedenen Medienvertretern sind die Sorgen vor einer Eskalation der Handelskonflikte und einem Auseinanderdriften der westlichen Bündnisse wieder präsenter. Ein vertiefter Blick auf die jüngsten Entwicklungen bekräftigt die Notwendigkeit einer souveränen, selbstbewussten Reaktion Europas – auch wenn dies manchmal unbequem ist.