Manchmal fühlt es sich an, als würden neue Fördermaßnahmen morgens beim Kaffee einfach mal so verkündet – und schon schwelt wieder ein Streit. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage, auf die sich die 'Bild' bezieht, finden 45 Prozent der Befragten die geplante E-Auto-Kaufprämie sozial ungerecht oder zumindest eher ungerecht. Gerade einmal 35 Prozent halten die Prämie für (eher) gerecht, während 20 Prozent sich schlichtweg keine klare Meinung dazu zu bilden mögen. Wenig überraschend, das Leben ist selten nur schwarz oder weiß. Interessant: Der Sinn der Prämie wird quer durch die Gesellschaft hitzig diskutiert. Mit 40 Prozent gibt ein Teil der Menschen an, die Kaufanreize für sinnvoll zu halten, 44 Prozent winken ab. Die einen befürchten offenbar, gefördert werden vor allem Gutverdiener mit Neigung zum Neuwagen, während andere pragmatisch auf den Umweltaspekt schielen. Wirklich Klarheit entsteht so kaum – zumal auch bei der Frage nach dem Effekt auf den Absatz von E-Autos eine glatte Pattsituation herrscht: Beide Seiten, jene, die an steigende Verkaufszahlen glauben, und jene, die keine Steigerung erwarten, stehen bei je 43 Prozent. Fast könnte man meinen, das deutsche Meinungsbild sei der sprichwörtliche Münzwurf.
Die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge entzweit weiterhin die Gesellschaft: Während fast jeder Zweite sie als sozial ungerecht wahrnimmt, halten sie nur rund ein Drittel für gerecht. Interessanterweise besteht keine Mehrheit hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit; die Ansichten, ob die Prämie E-Auto-Verkäufe wirklich ankurbelt, sind exakt ausgeglichen. Die Kontroverse steht zudem im größeren Kontext der deutschen Verkehrswende-Politik: Nach aktuellen Nachrichtenquellen ist beispielsweise das Auslaufen früherer Umweltboni gerade bei Herstellern und Händlern auf Kritik gestoßen. Die Diskussion um soziale Gerechtigkeit zieht sich dabei durch viele Medienberichte – einige verweisen auf die Gefahr wachsender sozialer Ungleichheit durch Subventionen, die primär Wohlhabendere nutzen können. Neue Ansätze, wie gezieltere Förderung für weniger wohlhabende Käufer, werden in Expertenkreisen verstärkt gefordert (beispielsweise von Sozialverbänden und Klimaaktivist*innen). Die E-Auto-Förderung bleibt damit ein evidentes Beispiel für die Herausforderung, ökologische und soziale Ziele miteinander zu verknüpfen.