Wissler: Geplante GKV-Reform radikal hinterfragen statt durchwinken

Janine Wissler, Abgeordnete und frühere Parteivorsitzende der Linken, hat sich heftig gegen die aktuelle Reform der gesetzlichen Krankenversicherung ausgesprochen. Für sie gehört der Vorschlag nicht nur überarbeitet, sondern besser gar nicht erst verabschiedet. Ihr zentrales Argument: Das eigentliche Problem liege tiefer.

19.06.26 09:39 Uhr | 19 mal gelesen

Oft fühlt man sich beim Thema Krankenversicherung wie in einem alten Kartenspiel, bei dem die Regeln alle paar Runden willkürlich geändert werden – und nie wirklich fairer werden. So klingt es auch durch, wenn Janine Wissler die neue GKV-Reform kritisiert. Für sie ist klar: Keine weiteren Mehrbelastungen für die ohnehin schon gestressten Kassenpatienten. Was sie richtig ärgert, ist die schon sprichwörtliche Zweiklassenmedizin; die Tatsache, dass manche eben ausreichend einzahlen und andere nicht – eine Schieflage, die sich durchs System zieht. Die Gewinne von Privatkliniken oder Pharmariesen landen ganz selbstverständlich bei den Aktionären, allerdings auf dem Rücken der Allgemeinheit, wie sie sagt. Und genau das, so Wissler, könne so nicht weitergehen, vor allem, wenn die Beschäftigten und gesetzlich Versicherten die Zeche zahlen sollen. Kurzum: Die Linke will diese Reform, so wie sie ist, nicht nur aufschieben, sondern am liebsten direkt aus dem Verkehr ziehen. Keine halben Sachen.

Wissler fordert mit Nachdruck, sich radikal vom aktuellen Vorschlag zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung zu verabschieden. Sie setzt sich für eine konsequente Abkehr von der in Deutschland verbreiteten Zweiklassenmedizin und für ein System ein, in das alle einzahlen. In den letzten Tagen entflammte angesichts der angespannten Haushaltslage und steigender Gesundheitskosten wieder die Debatte über die Zukunft der GKV; zahlreiche Institutionen und Oppositionspolitiker fordern mehr Gerechtigkeit, eine Ausweitung der Beitragszahlerbasis sowie höhere Transparenz bei Klinik- und Arzneimittelgewinnen. Die Ampel-Koalition diskutiert weiterhin verschiedene Wege zur Finanzierungslücke im Gesundheitssystem; ein Konsens scheint nicht in Sicht, während insbesondere die Linke und Sozialverbände eine gerechte Finanzierung fordern.

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