Zögerliche Reaktion der Bundesregierung auf Medienforderung zum KI-Schutz

Auf den dringlichen Appell der großen Medienhäuser und -verbände, sich politisch gegen die Vereinnahmung durch Künstliche Intelligenz zu wehren, antwortet die Bundesregierung bislang nur vorsichtig und mit Verweis auf bestehende EU-Regeln.

heute 13:59 Uhr | 4 mal gelesen

Ganz ehrlich, das Thema beschäftigt mich schon länger: Wie gehen Politik und Medien eigentlich miteinander um, wenn neue Technologien mit voller Wucht auf den öffentlichen Diskurs krachen? Und wie oft hört man mittlerweile die Sorge, KI könnte freie Presse nicht bloß zitieren, sondern systematisch ausschlachten – ohne Rückendeckung aus Berlin? Regierungssprecher Stefan Kornelius gab jedenfalls keine eindeutige Antwort, als Medien und Verbände wie ARD, ZDF, BDZV & Co. gefordert haben, politisch gegen die Vereinnahmung durch KI-Anbieter vorzugehen. 'Klar, die Herausforderungen durch KI kennen wir,' so Kornelius. 'Und natürlich steht man im Austausch mit den Verlagen.' Ein bisschen klingt das alles nach: 'Wir schauen, aber wir greifen noch nicht ein.' Regierungschef Merz hat ohnehin mehrfach durchblicken lassen, dass er den Regulierungsdrang eher dämpfen will. Kornelius wiederum verweist auf den neuen Rechtsrahmen der EU: Dort soll über Datennutzung und Branchenregeln gesprochen werden – aber was das konkret bedeutet, lässt auch er offen. Der Medienschutz-Appell der ARD, ZDF und Verbände schlägt sich mit Forderungen nach fairen Bedingungen nieder: Die Kontrolle über verwendete Inhalte, das Recht auf angemessene Vergütung und Transparenz bei KI-Training mit journalistischen Beiträgen stehen für sie im Zentrum. Es geht nicht nur um Urheberrechte, sondern auch darum, dass Medienunternehmen die Hoheit über ihre Inhalte behalten – und nicht zur bloßen Datenquelle für anonyme Algorithmen werden. Letzlich fordern sie, dass sämtliche Verwertung und Nutzung journalistischer Arbeit offengelegt und entschädigt werden muss. Und eigentlich ist das gar kein kleiner Wunsch. Eher so ein bisschen die Forderung, das Regelwerk grundlegend zu überarbeiten. Vielleicht auch ein Zeichen, dass wir beim Thema KI im Medienalltag gerade erst am Anfang stehen.

Die Debatte um KI und Medienausbeutung entwickelt sich rasant. Während deutsche Medienunternehmen und ihre Verbände klare gesetzliche Regelungen fordern, bleibt die Bundesregierung zurückhaltend und verweist lieber auf die EU-weite Gesetzeslage, insbesondere auf den neuen AI Act, der Richtlinien für KI-Nutzung in Europa vorsieht, aber bislang wenig Konkretes zum Schutz von Medieninhalten auf nationaler Ebene liefert. Aktuell werden Stimmen aus Presse und Rundfunk lauter, die einen besseren Schutz der kreativen und journalistischen Leistung fordern, während die Regierung offenbar abwartet, wie sich die europäischen Vorgaben auf die konkrete Praxis auswirken – ein Vorgehen, das durchaus kritische Töne auslöst, weil die geltenden Regelungen nicht als ausreichend empfunden werden.

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