Lösegeldzahlung bei Ransomware: Kleine und mittlere Unternehmen bleiben oft auf ihren Daten sitzen

Cyber-Erpressung trifft längst nicht mehr nur Konzerne. Rund 80 Prozent der bekannten Ransomware-Angriffe richten sich in Deutschland mittlerweile gegen mittelständische und kleinere Betriebe. Der „Cyber Readiness Report“ von Hiscox belegt, dass viele Unternehmer besonders um den Zugriff auf Kunden- und Unternehmensdaten fürchten.

heute 13:54 Uhr | 2 mal gelesen

Stellen Sie sich vor, der Bildschirm bleibt schwarz und die wichtigste Datei ist plötzlich verschlüsselt – ein Alptraum für jedes Unternehmen, egal wie klein oder groß. Gerade in Zeiten, in denen auch Handwerksbetriebe oder lokale Agenturen Ziel von Cyber-Erpressern werden, zeigt sich: Lösegeld zu zahlen, bringt selten die erhoffte Lösung. Laut aktuellen Zahlen von Hiscox konnten 64 Prozent der betroffenen Unternehmen nach einer Zahlung ihre Daten entweder gar nicht oder nur teilweise retten. Gründe für die Zahlung gibt es viele – oft fehlen brauchbare Backups, oder Stillstand im Geschäft erhöht den Druck. Doch Experten wie Klemens Lemke von Hiscox Deutschland warnen eindringlich davor: Nach der Zahlung bleibt meist der Frust und ein massiver Mehraufwand, weil Systeme frisch aufgesetzt werden müssen und das Risiko weiterer Attacken sogar steigt. Ein besserer Weg liegt laut dem Versicherer in konkreter Prävention und dem Aufbau einer digitalen Notfallstrategie. Dazu gehört für viele inzwischen eine Cyberversicherung, die nicht nur Kosten auffängt, sondern auch den Kontakt zu Profis im Krisenfall garantiert. Der diesjährige Cyber Readiness Report ist besonders relevant, weil erstmals KMU im Mittelpunkt stehen – und damit die Realität vieler Unternehmer abbilden.

Erkenntnisse aus jüngsten Studien verweisen darauf, dass fast zwei Drittel der KMU nach Ransomware-Angriffen und Lösegeldzahlungen ihre Daten überhaupt nicht oder nur teilweise zurückerhalten. Dies beunruhigt umso mehr, da laut polizeilicher Erhebung inzwischen vor allem kleinere Unternehmen im Fokus von Cyberkriminellen stehen. Fachleute und Versicherungsexperten raten dringend zu vorbeugenden Maßnahmen wie regelmäßigen Backups, einem geschulten Kollegenkreis im Umgang mit Technik und dem Abschluss einer spezialisierten Cyberversicherung – damit Unternehmen im Ernstfall nicht allein vor der digitalen Erpressung stehen.

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