Zwischen Aufbruch und Unsicherheit: Neue Regelungen prägen deutschen Apothekenalltag

In Berlin stehen Änderungen rund um die Apothekenlandschaft auf dem Prüfstand. Die deutsche Apothekerschaft sieht Licht und Schatten: Einerseits werden bestimmte Verbesserungen begrüßt, andererseits könnten finanzielle Einschnitte zu Problemen führen. Die Diskussion kreist um das richtige Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Versorgungssicherheit.

heute 12:47 Uhr | 7 mal gelesen

Heute dreht sich im Bundesrat alles um ein breites Apothekenreform-Paket, das – so sieht es zumindest Thomas Preis von der ABDA – durchaus einen Meilenstein setzen könnte. Er lobt neue Dienstleistungen und endlich eine Anpassung beim Apothekenhonorar nach über einem Jahrzehnt eiskalten Stillstands. Klingt nach frischem Wind, aber spätestens bei der Frage regelmäßiger Verhandlungen über die Bezahlung mit den Krankenkassen, wird er schon wieder vorsichtig optimistisch – so ein mechanisches 'Weiter so' sei schlicht nicht tragbar. Und um das Ganze gleich auf den Punkt zu bringen: Ein jahrelanges Einfrieren der Vergütung würde die Apotheken und ihre Zehntausenden Beschäftigten vollends aus dem Takt bringen. Preis findet auch das Ende des Skontoverbots einen nötigen Schritt, weil Apotheken durch handelsübliche Skonti bei zügiger Bezahlung ein wenig die Daumenschrauben gelockert bekommen. Gleichzeitig warnen er und seine Verbandskollegen: Wenn Zweigapotheken kein separates Labor mehr brauchen oder die Öffnungszeiten flexibler werden, kann das ganz schnell zu Löchern in die Versorgungsnetze führen – vor allem auf dem Land. Und niemand will routinemäßig kilometerweit für Medikamente fahren, weil die nächste Apotheke den Rollladen unten hat. Das Gesetz, das zur Debatte im Bundestag steht und den Abschlag der Apotheken dauerhaft erhöht, stößt bei Preis auf massive Kritik. Er sieht die Gefahr, dass diese finanzielle Schwächung die Schließungswelle weiter füttert – die Apotheker hätten bereits genug gespart, argumentiert er. Schlussendlich, so sein Appell, sollte niemand die wohnortnahe Arzneimittelversorgung für kurzfristige Einsparungen riskieren. Alles weitere ist nachzulesen auf der Verbandswebsite, und wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann direkt beim Presseteam selbst nachhaken.

Seit heute werden im Berliner Politikbetrieb tiefgreifende Weichen für Apotheken gestellt: Während die Apothekenbetriebsordnung modernisiert und die Möglichkeit zur Aushandlung angemessener Vergütungen eingeführt wird, fürchten Berufsvertreter durch die geplanten Einschnitte beim Apothekenabschlag um die finanzielle Substanz vieler Häuser. Die Apotheker begrüßen flexiblere Honorarregelungen und das Ende des Skontoverbots, warnen jedoch eindringlich vor einer weiteren Ausdünnung der Versorgung, besonders im ländlichen Raum, sollte die wirtschaftliche Basis bröckeln. Laut Recherchen gab es zuletzt erneut regional Berichte über Apothekenschließungen und erhebliche Engpässe bei Arzneimitteln; mit dem neuen Gesetz dürften die Debatten über tragfähige Versorgungsstrukturen gerade erst Fahrt aufnehmen.

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