2026 – Bewährungsprobe für unsere Demokratie: Warnruf von 'Gesicht zeigen!'

Peter Ruhenstroth-Bauer, der Kopf von 'Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.', blickt besorgt auf das Jahr 2026. Das Erstarken rechtsextremer Strömungen im ausgehenden Jahr bereitet ihm ernste Sorgen – er fordert ein entschiedenes Handeln, um demokratische Prinzipien zu schützen und die Gesellschaft nicht an Intoleranz und Hass zu verlieren.

heute 00:05 Uhr | 24 mal gelesen

„Im laufenden Jahr 2025 haben wir erlebt, wie sich das Unaussprechliche allmählich als normal in unsere Gesellschaft einschleicht“, äußert Ruhenstroth-Bauer gegenüber dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland'. Allein Erklärungen aus der Politik seien für ihn wirkungslos, wenn antisemitische Übergriffe und rechtsextreme Parolen längst zum Alltag geworden sind. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mag den jüdischen Gemeinden den Rücken stärken, doch aufrichtiger Schutz, so Ruhenstroth-Bauer, gehe nur von einer wachen, engagierten Zivilgesellschaft aus und nicht von bloßen Solidaritätsbekundungen. Worüber er sich außerdem sorgt: „Gerade die Gruppen, die sich standhaft für Toleranz und Vielfalt einsetzen, geraten 2025 zusehends in Rechtfertigungszwang. Wer jetzt die Unterstützung für Demokratieprojekte aus wahltaktischem Kalkül zur Verhandlungssache macht, riskiert, den gesellschaftlichen Zusammenhalt endgültig zu gefährden. Was wir wirklich brauchen, ist eine langfristige und robuste Finanzierung solcher demokratiefördernder Arbeit – Diskussionen darüber sollten 2026 komplett vom Tisch sein.“ Mit Blick auf die anstehenden Landtagsabstimmungen in fünf Bundesländern und mehreren Kommunalwahlen im kommenden Jahr zeichnet Ruhenstroth-Bauer ein düsteres Bild: Noch nie sei die Gefahr einer systematischen Aushöhlung demokratischer Grundwerte durch die Zusammenarbeit mit gefestigt rechtsextremen Kräften so hoch gewesen wie jetzt. „Das Jahr 2026 könnte für Deutschlands Demokratie ein echter Härtetest werden“, warnt er. „Wenn die Abwehrfront gegen rechte Hetze und Intoleranz bei den Kommunalwahlen ins Wanken gerät, gerät unser gesellschaftliches Fundament ernsthaft ins Wanken. Ich appelliere an Politik und Bevölkerung: Traut euch, unmissverständlich Stellung zu beziehen und engagiert diejenigen zu unterstützen, die für eine offene Gesellschaft eintreten.“ Gegründet wurde „Gesicht zeigen!“ im Jahr 2000, nachdem es zu einer Welle rechtsextremer Übergriffe gekommen war. Besonders der berüchtigte Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge ließ Persönlichkeiten wie Paul Spiegel und Kanzler Gerhard Schröder aufschrecken und zum „Aufstand der Anständigen“ aufrufen. Dieses Jahr feierte die Organisation ihr 25-jähriges Bestehen – ein Jubiläum zwischen Warnsignal und Hoffnungsschimmer.

2026 rückt als Schicksalsjahr für die Verteidigung demokratischer Werte in den Mittelpunkt: Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorsitzender der Initiative 'Gesicht zeigen!', warnt eindringlich vor der fortschreitenden Normalisierung von Rechtsextremismus in Deutschland. Besonders bedrohlich sei die Versuchung, demokratiestärkende Projekte aus politischem Kalkül zu beschneiden und Organisationen, die sich für Toleranz einsetzen, zu delegitimieren. Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht auf dem Spiel – insbesondere angesichts bevorstehender Landtags- und Kommunalwahlen, bei denen der Schulterschluss mit klar rechtsgerichteten Kräften zur realen Gefahr für die Grundlagen der Demokratie werden könnte. Recherchen zeigen, dass in den vergangenen Tagen zahlreiche Experten und Initiativen vor einem Anstieg rechtsextremer Umtriebe und einer möglichen Unterwanderung demokratischer Institutionen warnen. Laut aktuellen Berichten geraten nicht nur Initiativen, sondern auch staatliche Programme zur Demokratieförderung politisch unter Druck; manche Stimmen befürchten, die finanzielle Unterstützung könne wie ein politisches Faustpfand eingesetzt werden. Gerade in Wahljahren besteht die Gefahr, dass mutmaßliche Grenzverschiebungen nach rechts nicht mehr nur ein Randphänomen, sondern gesellschaftliche Realität werden – das signalisiert eine neue Dimension der Herausforderung für Demokratie und Zusammenhalt.

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