Aufruhr um deutsche UNO-Gelder: SPD feuert gegen CDU

Nach Aussagen von CDU-Politiker Wadephul über mögliche Kürzungen deutscher Zahlungen an die Vereinten Nationen weht ihm scharfer Gegenwind ins Gesicht – nicht zuletzt von SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic, der solche Debatten lieber intern geführt sähe.

heute 11:59 Uhr | 2 mal gelesen

Donnerstagmorgen, irgendwo zwischen politischer Routine und Empörung: Adis Ahmetovic (SPD) lässt an Johann Wadephul (CDU) kaum ein gutes Haar. Die Debatte über deutsches Geld für die UNO, angestoßen von Wadephul, hätte ihrer Meinung nach niemals öffentlich geführt werden dürfen, sondern – ich paraphrasiere jetzt mal frei – eher bei Kaffee und Gebäck im Koalitionsausschuss. Nach Deutschlands Nichtberücksichtigung für den UNO-Sicherheitsrat ist die Stimmung ohnehin gereizt. Ahmetovic sieht in der erneuten Kandidatur ein richtiges Signal, während von CDU-Seite mit Blick auf Effizienz deutscher Gelder neue Prüfungen gefordert werden. Das alles klingt nach einer Mischung aus beleidigtem Stolz und kaltem Budget-Kalkül. Jürgen Hardt (CDU) bleibt auf Kurs: Nach der Abstimmungspleite überprüfe man, wie und wo das deutsche Engagement im UNO-Apparat tatsächlich wirke. Migration im Blick, deutsche Interessen sowieso. Deborah Düring von den Grünen wiederum bricht aus dem Politiksprech aus: Union und Wadephul wirkten wie 'beleidigte Leberwürste', gerade jetzt – das Multilateralismus-Gefüge sei zu wichtig, als dass Symboldebatten darüber geführt werden dürften. Und dann äußert sich Wadephul selbst, mit dem Beigeschmack deutscher Großmacht-Allüren, von mehr Gewicht und Respekt. Kein Überlegenheitsanspruch, sondern hörbare Missstimmung, wie er betont. Überhaupt: Nach der gescheiterten Sicherheitsrats-Kandidatur kocht der Streit um deutsche Einflussnahme, und plötzlich tauchen Fragen auf, die unbequemer sind als das, was normalerweise zwischen Interviews und Pressekonferenzen gesagt wird.

Im Kern entbrannte der Streit daran, dass Johann Wadephul (CDU) offen Kürzungen deutscher UNO-Beiträge diskutierte, was von SPD und Grünen als faux-pas und außenpolitisch riskantes Signal kritisiert wurde. Während CDU-Politiker die neue nüchterne Überprüfung als Gebot der Stunde sehen – mit deutscher Interessenabwägung als Argument – drängen SPD und Grüne auf inneren Zusammenhalt und ein klares Bekenntnis zum Multilateralismus. Interessant ist dabei, wie stark derzeit internationale Unsicherheiten (Stichwort: Trump, Putin, globale Autokratien) auch deutsche UNO-Debatten prägen. Laut aktuellen Pressestimmen (u.a. von "Zeit Online" am 13.6.2024) wird die deutsche Rolle in der UNO intensiv diskutiert, nachdem Deutschland den Sitz als nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat verloren hat und sich erneut bewerben will. Politiker von CDU und FDP betonen die Notwendigkeit einer kritischen Prüfung von freiwilligen UNO-Zahlungen, insbesondere angesichts zunehmender globaler Konflikte und Migrationsbewegungen. Parallel mahnen Stimmen aus SPD, Grünen sowie von außenpolitischen Experten, jetzt nicht den Rückhalt für multilaterale Strukturen aufzuweichen und so das internationale Ansehen Deutschlands zu riskieren.

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