Auseinanderdriftende Einkommen: Senioren geraten finanziell immer mehr ins Abseits

In Deutschland öffnet sich die Einkommensschere zwischen älteren Menschen – besonders bei den Hochbetagten – und der Gesamtbevölkerung zusehends. Laut aktuellen Statistiken, die auf Anfrage des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) veröffentlicht wurden, wachsen die finanziellen Unterschiede weiter. Während die Bevölkerung insgesamt einen kräftigen Einkommenszuwachs verzeichnet, bleiben viele Senioren spürbar zurück.

heute 06:50 Uhr | 7 mal gelesen

Wer glaubt, im Ruhestand ginge es gemütlich zu, schaut aus der Ferne vielleicht nur auf die berühmte Rente mit abschließendem Kaffeekränzchen. Die nackten Zahlen aber erzählen eine andere, unbequemere Geschichte: Im Jahr 2022 hatten Menschen ab 75 im Mittel etwa 4.100 Euro weniger im Jahr als der Durchschnitt – jetzt ist der Abstand auf über 5.500 Euro angeschwollen. Gerade eben noch so im Schatten der Statistiken versteckt, rückt die finanzielle Kluft nun ins Scheinwerferlicht. Betrachtet man noch die Über-65-Jährigen, ist das Muster ähnlich unschön: Die Differenz zum bundesweiten Mittel wuchs ebenfalls – von 3.600 auf rund 4.500 Euro – erneut eine Verschiebung, die Fragen nach Gerechtigkeit aufwirft. Der BSW-Politiker Fabio De Masi hält nicht hinterm Berg mit seiner Meinung und sieht die soziale Lage von Rentnern kritisch. Er warnt vor dem 'sozialen Sprengstoff' durch zunehmende Altersarmut und will Reformen anschieben, etwa nach dem Vorbild Österreichs, wo es Senioren durchschnittlich deutlich besser geht. Als Sofortmaßnahme nennt er einen Antrag zur verpflichtenden Rentenversicherung auch für Bundestagsabgeordnete. Was da immer wieder mit gemeint ist: Das Nettoäquivalenzeinkommen. Kein Geheimcode, sondern ein Maß, das das Nettoeinkommen an die Größe und Zusammensetzung des Haushalts anpasst. So lassen sich sehr unterschiedliche Lebensrealitäten halbwegs sinnvoll vergleichen. Über all diesen Zahlen schwebt die Frage: Wer trägt die Verantwortung – und wer findet endlich Antworten für die Generation, die unser Land mit aufgebaut hat?

Die Analyse des Statistischen Bundesamtes bringt zutage, dass Rentner – vor allem die älteren unter ihnen – beim Einkommenszuwachs gegenüber dem Rest der Bevölkerung immer häufiger ins Hintertreffen geraten. Diese finanziellen Disparitäten sind nicht nur Zahlenspiel, sondern bestehen auch aus wachsender Unsicherheit, geringer Teilhabe und sozialem Rückzug vieler Betroffener. In der politischen Diskussion rückt nicht nur die Höhe der gesetzlichen Rente, sondern auch das System selbst in den Fokus; immer öfter fallen Stichworte wie Grundsicherung im Alter, private Vorsorge und Einzahler-Breite durch Politiker und Experten. Nach meinem Eindruck dominiert zurzeit neben nüchternen Zahlen auch das Gefühl der Sorge – sowohl unter Senioren als auch ihren Freunden und Kindern. Die Rufe nach Reformen werden lauter: Ob es das österreichische System, das skandinavische oder eine völlig neue Lösung wird – klar ist nur, dass Stillstand niemandem nützt. Übrigens gibt es Gespräche über intelligente Mischformen, mehr Teilhabe von Geringverdienern und selbst die Idee, Bundestagsabgeordnete einzubeziehen, taucht immer wieder auf. Erweiterte Recherche: Laut anderen aktuellen Medienberichten leiden Senioren in Deutschland trotz gesunkenem Inflationsdruck weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten. Die SPD fordert, den Fokus nicht nur auf die Erhöhung von Renten zu legen, sondern auch auf bezahlbaren Wohnraum und Gutscheine für Energie und Lebensmittel für bedürftige ältere Menschen (Quelle: [spiegel.de](https://www.spiegel.de)). Die FAZ berichtet, dass die Bundesregierung an einer Reform der Altersvorsorge arbeitet, um Altersarmut entgegenzuwirken, und darüber hinaus wird in der Koalition kontrovers über die Versteuerung von Renten gestritten (Quelle: [faz.net](https://www.faz.net)). Auf Zeit Online wurde kürzlich eine Betroffene interviewt, die beschreibt, wie erschreckend oft Senioren in die Armutsfalle geraten und das oft trotz Jahrzehnten harter Arbeit – hier werden neben finanziellen Nöten auch die psychosozialen Auswirkungen beleuchtet (Quelle: [zeit.de](https://www.zeit.de)).

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