Autobranche: Deutlich weniger offene Stellen – besonders in Bayern bricht der Arbeitsmarkt ein

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der ausgeschriebenen Jobs in der deutschen Automobilindustrie um ein Fünftel eingebrochen.

heute 02:02 Uhr | 3 mal gelesen

Index, eine Firma, die regelmäßig den Stellenmarkt abklopft, hat kürzlich aufgeschrieben, wie stark die Jobangebote bei Autobauern und Zulieferern ausgedünnt sind. Ganze 86.105 Stellenausschreibungen – klingt erstmal viel, doch im Jahr zuvor waren es knapp 99.000, 2023 sogar noch stolze 136.000. Ganz besonders trifft dieser Rückgang die Positionen für Akademiker, also für Leute mit abgeschlossenem Studium. Forschung und Entwicklung – sonst das Zugpferd der Hightech-Branche – sieht sogar ein noch krasseres Minus: 29 Prozent weniger offene Stellen. Noch härter erwischt es eigentlich nur das Management; hier ging es um satte 37 Prozent bergab. Überraschend vielleicht: Im juristischen und steuerlichen Bereich werden tatsächlich mehr Leute gesucht, und zwar 16 Prozent mehr als vorher. Spannend ist außerdem, dass Bayern ganz vorne dabei ist, was den Rückgang angeht (minus 32 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg mit 22 Prozent Minus. Eher ungewöhnlich: Während die klassischen Autohochburgen straucheln, gibt es etwa in Hamburg und Frankfurt sogar mehr Jobgesuche.

Die Automobilindustrie kämpft aktuell mit einem massiven Stellenrückgang – getrieben von der Transformation in Richtung Elektromobilität, Digitalisierung und den wirtschaftlichen Unsicherheiten am globalen Markt. Viele Unternehmen sparen angesichts sinkender Gewinne und hoher Investitionen in neue Technologien, was vor allem Forschungs- und Managementjobs empfindlich trifft. Medien berichten dazu, dass auch die Umstrukturierung großer Hersteller wie Volkswagen oder Mercedes-Benz den Bedarf an klassischem Personal verringert, während Spezialisten im IT- und Rechtswesen immer gefragter werden; der regionale Einbruch in Bayern spiegelt zudem den massiven Wandel der dort ansässigen Autoindustrie wider.

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