Berlin zeigt klare Kante im Grönland-Konflikt – „Erpressung? Nicht mit uns.“

Im Streit um Grönland lobt die Bundesregierung das geschlossene Auftreten Europas und betont ihre Bereitschaft, auch künftig klar Position zu beziehen.

heute 12:16 Uhr | 3 mal gelesen

„Wir lassen uns da ganz bestimmt nicht unter Druck setzen“, stellt Steffen Meyer, der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, am Freitag in Berlin unmissverständlich klar – seinen Ton kann man sich dabei fast bildlich vorstellen. Die Tatsache, dass Europa in dieser Sache als Einheit auftrat, wertete er geradezu als kleinen Hoffnungsschimmer für kommende Herausforderungen: „Das könnte durchaus als Vorbild dienen.“ Deutschland war übrigens nicht nur Zaungast, sondern schon in den Tagen vor den Verhandlungen zwischen dem US-Präsidenten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte, die am Rande des Davoser Weltwirtschaftsforums abgehalten wurden, auf verschiedensten Ebenen in die Gespräche involviert. Und so schwingt, trotz der Absage der kontroversen US-Strafzölle gegen mehrere europäische Staaten, eine spürbare Erleichterung mit. Meyer sagt dazu: „Man hätte sich auch durchaus dramatischere Wendungen ausdenken können.“ Die Bundesregierung plant, weiter dranzubleiben – auch militärisch wolle man sich mehr einbringen, vor allem wenn es ums Thema Sicherheit im hohen Norden geht. „Deutschland wird sich als sicherheitspolitischer Mitspieler weiter aktiv einbringen“, so Meyer, und unterstreicht die Unterstützung für Maßnahmen, die die Sicherheit in der Arktis und dem Nordatlantik stärken – besonders im NATO-Kontext. Die jüngste Aufklärungsmission auf Grönland, bei der ein Dutzend Soldaten aus Deutschland beteiligt war, ist laut ihm nur ein Anfang. Worum es dabei genau geht? Dafür sei es, so fügt er halb-verschmitzt an, noch „zu früh für Details“. Es bleibt spannend.

Die Bundesregierung reagiert auf die Zuspitzung rund um Grönland mit einer Mischung aus Entschlossenheit und (heimlichem) Aufatmen: Europas geschlossenes Vorgehen gegen angekündigte US-Strafzölle wird als Erfolg verbucht, und Berlin sieht darin gar ein wertvolles Muster für künftige internationale Konflikte. Besonders bemerkenswert ist der Hinweis auf militärisches Engagement im arktischen Raum – ein Thema, das wegen strategischer und klimatischer Entwicklungen auf immer mehr Aufmerksamkeit stößt. In aktuellen Medienberichten* wird zudem darauf hingewiesen, wie stark geopolitische Interessen an der Rohstoffregion Arktis gewachsen sind und dass auch der Klimawandel neue sicherheitspolitische Realitäten schafft. *Ergänzende Details aus laufender Online-Recherche: Während auf www.spiegel.de ausführlich über die Rolle Deutschlands in der NATO-Arktis-Strategie berichtet wird, hebt www.zeit.de die zunehmende „Rohstofffaszination“ und den Wettbewerb globaler Mächte um die Arktis hervor. Mehrere aktuelle Artikel diskutieren zudem, wie sensible Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Interessen unter einen Hut zu bringen sind.

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