BPI sieht in neuem EU-Beschluss Chance: Critical Medicines Act als industriepolitischer Motor?

Der deutsche Pharmaverband BPI begrüßt ausdrücklich die frische Mehrheit im EU-Parlament für den Critical Medicines Act. Diese Entscheidung öffnet die Türen für die entscheidenden Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission. Laut Dr. Kai Joachimsen (BPI) steht nun im Fokus, ob das Gesetz wirklichen Wandel in der Arzneimittelversorgung Europas bringen oder ein Papiertiger bleibt.

20.01.26 19:25 Uhr | 5 mal gelesen

Standort Europa braucht mehr als Papier

Verglichen mit trockenen Parlamentsdebatten fühlt sich der Ruf des BPI nach echtem Wandel beinahe wie ein Aufbruch an: "Wer darauf pocht, dass in Europa Medikamente nicht knapp werden, muss knallhart das Umfeld für Produktion und Innovation verbessern," so wird das Anliegen zusammengefasst. Klartext: Frische Gesetze allein stärken keine Pharmastandorte, wenn Investitionen ausbleiben. Und zwischendurch fragt man sich schon, warum Innovationen häufig lieber in Übersee ansiedeln. Wettbewerb, Verlässlichkeit – das sind so Wörter, die hier plötzlich echte Bedeutung bekommen. Inmitten globaler Konkurrenz muss Europa konkreter an seiner Standortattraktivität feilen, sonst bringt selbst das beste Gesetz nur heiße Luft.

Lieferketten: Nicht jede Kette glänzt

Das EU-Parlament setzt laut BPI einige wichtige Akzente zum Thema Lieferkettensicherheit – gerade bei der öffentlichen Beschaffung. Klingt oft nach Verwaltungskram, aber im Kern geht es darum, dass Medikamente rechtzeitig und zuverlässig ankommen. Kein unwesentlicher Punkt in einer Welt, in der ein einzelner Engpass die gesamte Versorgung aushebeln kann.

Politische Trilog-Partner in der Verantwortung

Es reicht halt nicht, nur Gesetzestexte fein abzuwägen. Der BPI ruft auf: Parlement, Rat, Kommission – alle sind am Zug, damit der Critical Medicines Act mehr wird als ein weiteres Regelwerk. "Europas Versorgungsresilienz steht und fällt mit offenen Lieferwegen und fairen Märkten," konstatiert Dr. Joachimsen. Internationale Partnerschaften und Wettbewerb sieht man als Überlebensfrage – und tatsächlich, reine Abschottung hat noch selten Innovation begünstigt.

Joachimsen bringt es abschließend trocken auf den Punkt: Ein erfolgreicher Critical Medicines Act setzt Impulse für Investitionen, Innovation und letztlich für Patientinnen und Patienten. Wenn es gelingt, kann daraus Europas zukunftsträchtiges Arzneimittelprojekt wachsen – ansonsten verpufft die Chance.

Wichtiger Nebensatz: Während die Trilog-Verhandlungen laufen, sind auch die nationalen Regierungen gefragt. Sie können bürokratische Hürden abbauen, gezielte Innovation ankurbeln und damit den Standort retten – oder eben nicht.

Kontakt: Laura Perotti, Presse BPI, 030 27909-131, presse@bpi.de

Originalmeldung vom BPI über news aktuell

http://ots.de/5e9c5a

Das EU-Parlament hat kürzlich die Weichen für den Critical Medicines Act gestellt, was als wichtiger Schritt für die Arzneimittelsicherheit in Europa gilt. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sieht darin eine Chance, den Pharmastandort Europa zu stärken – vorausgesetzt, es werden Investitionsanreize geschaffen und bürokratische Hürden abgebaut. Zentrale Hoffnung: Das Gesetz soll internationale Partnerschaften, stabile Lieferketten und langfristig die Versorgung der Bevölkerung mit essenziellen Medikamenten sichern—doch Kritiker befürchten, dass die Umsetzung an mangelndem politischen Willen und unzureichender Standortförderung scheitern könnte. Recherchiert man weiter, zeigt sich, dass das Thema Arzneimittelsicherheit aktuell heiß diskutiert wird. Medien wie Spiegel und Zeit berichten verstärkt von Lieferengpässen bei Medikamenten, die sich europaweit häufen. Gleichzeitig setzt die EU-Kommission darauf, mit dem Critical Medicines Act nicht nur mehr Nachschub zu sichern, sondern auch Anreize für Produktion und Forschung nach Europa zurückzuholen. Hintergrund ist, dass zuletzt zahlreiche Unternehmen ihre Fertigungskapazitäten nach Asien ausgelagert hatten, was die Abhängigkeit drastisch erhöht hat. Die Gesetzesinitiative setzt daher auch auf neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mitgliedsstaaten, Industrie und Forschungsinitiativen. Gerade bei Antibiotika und Krebsmedikamenten hat die EU laut Süddeutscher Zeitung einen dringenden Handlungsbedarf erkannt. Offen bleibt, wie die nationalen Regierungen diese Vorschläge im Trilog tatsächlich mit Leben füllen – oder in alten Strukturen verharren.

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