Die Ampelregierung hat, so sieht es zumindest ein großer Teil der Gaming-Branche, im Startjahr nach der Wahl einige entscheidende Impulse gesetzt. Endlich wurden Themen wie Förderprogramme für Spieleentwicklung oder die Gemeinnützigkeit des E-Sports angepackt – ein Schritt, den viele Unternehmen schon lange gefordert hatten. Doch trotz der Erleichterung gibt es noch einiges zu tun: Die versprochene steuerliche Finanzierungsförderung für Games-Projekte, ein Brocken im Koalitionsvertrag, wartet noch auf konsequente Umsetzung. Felix Falk, Geschäftsführer des game-Verbands, äußert sich vorsichtig optimistisch: Die Branche stehe bereit, so Falk, aber der politische Schwung dürfe nun nicht nachlassen. Interessant: Fast drei Viertel der befragten Unternehmen meinen, der Koalitionsvertrag treibe Deutschland als Games-Standort sichtbar voran – und das Vertrauen in die Branche wächst. Sogar internationale Wettbewerbsfähigkeit wird in Reichweite gesehen, sofern Politik und Länder konsequent zugunsten der Games-Szene weiterarbeiten. Das Meinungsbild basiert auf einer Umfrage unter über 200 Mitgliedsunternehmen aller Sparten, vom Indie-Studio bis zum großen Publisher. Der Verband selbst sieht sich als Herzstück der deutschen Spielelandschaft – von der Organisation der gamescom bis hin zur Mitgestaltung von Preisen und Fördermodellen.
Kurz nach dem ersten Jahr der aktuellen Bundesregierung zeigt sich die deutsche Games-Branche mit der politischen Zurückhaltung zufrieden und hofft auf weitere konkrete Taten. Besonders die Förderung der Spieleentwicklung und Fortschritte im E-Sport-Bereich belegen laut Branchenverband einen Wandel. Die noch ausstehende steuerliche Förderung gilt allerdings weiterhin als Knackpunkt; der weitere politische Kurs entscheidet, ob Deutschland als Spiele-Nation weiter an internationalem Gewicht gewinnt. In den letzten 48 Stunden berichten taz, dass die Games-Förderung trotz Zufriedenheit einigen Unternehmen zu langsam geht, und mahnt mehr Mut für progressive Medienkultur an. Die Süddeutsche Zeitung hebt einen Anstieg von Investitionen in Ausbildungsprogramme und Studios hervor, sieht aber die Gefahr, dass kleinere Entwickler auf der Strecke bleiben könnten. Spiegel Online berichtet über eine Debatte zur Digitalisierung in der Branche, stellt die Innovationsfreude der Studios heraus, aber auch die Unsicherheit vieler Beschäftigter in Bezug auf Fördergelder und Bürokratie.