Sowohl online auf arte.tv als auch am Dienstag, 7. Juli 2026 ab 20:15 Uhr im TV
Nach dem US-Militärschlag gegen den Iran reißen die globalen Auswirkungen nicht ab – und auf den Straßen Teherans hat sich das kollektive Gefühl zwischen Wut und bleierner Angst eingependelt. Aber wer hält die Strippen in der Hand – und warum? ARTE rollt mit einem dokumentarischen Programmschwerpunkt die Verstrickungen auf: Die erste Doku „Irans geheime Machtelite“ gräbt sich tief in die Strukturen der Revolutionsgarden ein, während „Irans Alltag im Krieg“ hautnah zeigt, was der Iran-Konflikt für normale Menschen bedeutet. Und zuletzt: Welche Folgen hat der sogenannte Zwölf-Tage-Krieg 2025 für das Atomprogramm gehabt?
Themenabend – Übersicht 7. Juli
Irans geheime Machtelite: Die Revolutionsgarden
20:15 Uhr | Bereits ab 30. Juni auf arte.tv
Diese zweiteilige Dokumentation (Regie: Julie Lerat) verknüpft die bewegende Geschichte des britisch-iranischen Ehepaares Ratcliffe mit der schockierenden Verhaftung des Oppositionellen Hussain Zam. Sie legt offen, wie sich die Revolutionsgarde in den letzten Jahren zu einem Staat im Staate entwickelt hat und internationales Recht geschickt umgeht. Die zweite Folge verfolgt etwa, wie Sanktionen umschifft und regionale Machtansprüche rücksichtslos umgesetzt werden.
Irans Alltag im Krieg
21:55 Uhr | Online ab 6. Juli auf arte.tv
In dieser Reportage (Regie Anne-Charlotte Gourraud) steht das Leben der Iranerinnen und Iraner im Schatten der jüngsten Luftangriffe im Mittelpunkt. Zunächst keimte Hoffnung auf politische Veränderung, als die ersten Bomben im Februar 2026 fielen – doch nach drei Monaten ist von Euphorie nichts geblieben: Die Angst hat die Oberhand gewonnen, das Regime bleibt trotz aller Verwerfungen eisern am Ruder, und die Brutalität gegenüber der Bevölkerung nimmt sogar zu. Ernüchternd, ja, aber notwendig, das zu zeigen.
Irans Atomprogramm im Fadenkreuz
22:50 Uhr | Bereits online unter arte.tv
Eine investigative Dokumentation von Sebastian Walker und Adam Desiderio, produziert zusammen mit u.a. der Washington Post und Bellingcat: Wie steht es nach den Luftschlägen im Juni 2025 um die nuklearen Ambitionen der iranischen Führung? Mit seltenem Zugang vor Ort und einer Fülle von Open-Source-Analysen wagt man eine Bestandsaufnahme – und erweitert den Scope noch auf die Entwicklungen bis zum Frühjahr 2026. Ein Puzzle, zusammengesetzt aus unzähligen Bruchstücken einer hochdynamischen Großlage.
Presseanfragen:
Tonja von Thaden
Presse & PR
tonja.von-thaden@arte.tv
+33 3 90 14 28 74
Der ARTE-Schwerpunkt beleuchtet die komplexen Machtstrukturen im Iran seit den Angriffen der USA. Im Mittelpunkt: eine berüchtigte Elite-Truppe, die Revolutionsgarden, deren Einfluss sich längst über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet hat. Die Dokumentationen zeigen, wie durch politische Ränkespiele, Angst und Repression der Alltag für Iraner zunehmend unerträglich wird. Während manche Stimmen zunächst auf politische Öffnung hofften, herrscht inzwischen vielfach Fatalismus, auch weil das Mullah-Regime nicht gestürzt wurde, sondern nun sogar seine Kontrollen ausweitet. Die investigative Recherche zum Atomprogramm wirft die Frage auf, ob die massiven Angriffe wirklich das Ziel, die iranische Nuklearmacht zu begrenzen, erreicht haben – oder ob dadurch vielmehr ein neues, gefährliches Wettrüsten in Gang gesetzt wurde. Neueste Recherchen, etwa in Berichten der FAZ und ZEIT, deuten außerdem an, dass regionale Player wie Russland und China verstärkt ein Auge auf die Entwicklung im Iran werfen, sei es strategisch, wirtschaftlich oder mit Blick auf neue Bündnisse. Inzwischen mehren sich Berichte über Versorgungskrisen und eine allgegenwärtige, wachsende Angst der Bevölkerung, sowohl vor äußerer Gewalt als auch vor weiterer Repression durch die eigenen Sicherheitsdienste. Die Berichterstattung der letzten beiden Tage zeichnet insgesamt ein Bild von einem Iran, der im internationalen Machtpoker für viele Akteure zur Schlüsselregion wird und dessen Schicksal auch den Rest der Region massiv beeinflussen dürfte.