Bundesbank-Chef Nagel kritisiert Trumps Attacken auf US-Notenbankchef Powell scharf

Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank, zeigt sich entsetzt über die persönlichen Attacken von Donald Trump gegen Jerome Powell, den Chef der US-Notenbank. Nagel findet deutliche Worte für die Einmischung – und verweist auf die geschichtlichen Vorbilder unabhängiger Notenbanken.

heute 13:35 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal, wenn man die Nachrichten liest, fragt man sich, wie tief politische Auseinandersetzungen mittlerweile noch treffen können. Bundesbank-Chef Joachim Nagel jedenfalls hat da einen klaren Standpunkt: Persönliche Angriffe von Donald Trump auf Fed-Chef Powell? Für Nagel ein absolutes No-Go. "Das ist ein Unding", so Nagel klipp und klar im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Interessant, wie er dabei nicht nur die Personen anspricht, sondern auf die Rolle der Institutionen zu sprechen kommt. Für Nagel ist die US-amerikanische Prägung auf unabhängige Notenbanken nach dem Zweiten Weltkrieg fast schon ein historisches Erbe. Die USA, so sagt er, hätten mit der Gründung der Bank deutscher Länder in Frankfurt 1948 entscheidend zur Unabhängigkeit der Bundesbank beigetragen – und diese wiederum als Vorbild für die EZB. Dass Trump nun mit juristischem und politischem Druck gegen Powell vorgeht und ihm, quasi am Rande, sogar die Verantwortung für angeblich überhöhte Sanierungskosten des Fed-Gebäudes zuschiebt, hält Nagel für beunruhigend. Offensichtlich sieht er die Gefahr, dass dadurch die Zinspolitik der Fed massiv beeinflusst werden könnte. Entlassungsdrohungen seitens Trump stehen im Raum. Dennoch bleibt Nagel gelassen, was Europa betrifft: Ein derartiger Angriff auf die Unabhängigkeit der europäischen Institutionen sei hier nicht zu erwarten. "Alle Regierungen im Euroraum bekennen sich klar zur Unabhängigkeit", so Nagel. Aber er mahnt auch: Letztlich hängt alles davon ab, dass die Bevölkerung diesen Wert anerkennt und verteidigt. Gut möglich, dass sich darin eine Botschaft versteckt – etwa, dass man nicht zu sehr auf „die da oben“ schimpfen, sondern selbst aufmerksam bleiben sollte.

Joachim Nagel kritisiert scharf, wie Donald Trump mit US-Notenbankchef Jerome Powell umspringt – aus mehreren Gründen: Historisch gesehen waren es gerade die USA, die mit der Unabhängigkeit von Zentralbanken Maßstäbe setzten, und dieses Prinzip droht nun untergraben zu werden. Tatsächlich geriet Powell durch rechts- und wirtschaftspolitischen Druck von Trump zunehmend in die Defensive, nicht zuletzt wegen Vorwürfen um zu hohe Sanierungskosten. Neuere Recherchen zeigen, dass die Kontroverse international Wellen schlägt, während in Europa die Prinzipien der unabhängigen Zentralbanken momentan unumstritten erscheinen und von der Bevölkerung mitgetragen werden – was jedoch künftige politische Risiken nicht ausschließt. Laut aktuellen Berichten betonen viele Bankexperten die Gefahr für Stabilität und Vertrauen im Finanzsektor, falls politische Einflussnahme auf Notenbanken zur neuen Normalität wird.

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