Bundesweiter Theaterpreis: Weimer hebt Zugangsbarrieren auf

Staatsminister Wolfram Weimer stößt frischen Wind in die Preisvergabe für Theater an – zum ersten Mal ohne starre Teilnahmehürden.

07.01.26 00:04 Uhr | 8 mal gelesen

Bislang dachten vermutlich viele, dass der Theaterpreis des Bundes nur ein Fall für die sogenannte freie Szene oder für die kleineren Bühnen abseits des Rampenlichts ist. Diese Zeiten sind vorbei: Mit der neuen Vergaberichtlinie öffnet sich die Auszeichnung für alle Theaterformen quer durch die Republik – ein Schritt, der in der Kulturlandschaft für leises Raunen und sichtbare Freude sorgt. Weimer betont, dass Größe, Besitzverhältnisse oder der genaue Standpunkt einer Bühne künftig keine Rolle mehr spielen – Hauptsache, es überzeugt, was auf der Bühne passiert. Kunst ist schließlich nicht messbar wie eine Kartoffelernte, oder? Der Preis soll die immense Vielfalt würdigen, Innovation herauskitzeln und, ja, auch das oft flüchtige Publikumserlebnis ins Rampenlicht heben. Die eigentliche Verleihung, angesetzt für den 17. April 2026, läuft dieses Mal als Art Auftaktveranstaltung noch vor dem traditionsreichen Berliner Theatertreffen. Interessant: Es wird nicht nur EINEN Hauptpreis geben, sondern zusätzlich Ehrungen in drei Sparten – Stadt- und Staatstheater, Privattheater und Gastspielhäuser sowie freie Produktionshäuser. Was zählt? Frische Herangehensweisen an aktuelle gesellschaftliche Themen, Publikumsmischung, Nachhaltigkeit (sowohl ökologisch als auch sozial) sowie digitale oder technische Kreativität. Man kann gespannt sein, was daraus wird – und wie unterschiedlich Theater unsere Gegenwart spiegeln.

Mit Weimers neuer Ausrichtung des Theaterpreises rückt die gesamte Theaterlandschaft Deutschlands ins Zentrum – kein Haus wird mehr ausgeschlossen, egal ob kommunal, privat oder frei organisiert. Die Kriterien setzen neben künstlerischer Qualität auf Mut zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung, neue Zuschauergruppen, nachhaltiges Handeln und technologische Ideen, ein Umbruch, der besonders kleinere und innovative Bühnen hoffentlich beflügelt. Dass die Preisverleihung vor dem Berliner Theatertreffen stattfindet, verleiht der Veranstaltung zusätzliche Aufmerksamkeit. – Laut mehreren aktuellen Berichten wächst der gesellschaftliche und politische Druck auf die Theater, sich zu öffnen und im digitalen wie im sozialen Wandel Sparten zu überschreiten; unklar bleibt aber, welche Häuser tatsächlich von den neuen Bedingungen profitieren und wie sie im alltäglichen Betrieb mit Nachhaltigkeitsthemen oder Diversität umgehen werden.

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