Automobilbranche fordert steuerliche Entlastung und mehr Offenheit bei Antriebstechnologien

Hildegard Müller, Chefin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), unterstützt den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder für schnellere Steuersenkungen – und fordert obendrein weniger Stromkosten und spürbaren Bürokratie-Abbau, wie sie der ‚Bild‘-Zeitung erklärte. Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit sieht sie nur gesichert, wenn Bedingungen kräftig verbessert werden.

07.01.26 00:03 Uhr | 10 mal gelesen

Mit leichten Schwankungen in der Stimme, fast schon wie jemand, der das jahrelang predigt, macht Müller eines unmissverständlich klar: Ohne steuerliche Entlastung und günstigere Energie wird das für die deutsche Autoindustrie langsam arg eng. Und ehrlich, wer will schon ständig hören, dass in Deutschland fast alles, was mit Zukunft zu tun hat, an zu viel Regulierung und zu hohen Kosten scheitert? Müller fordert deshalb ziemlich vehement: Offen bleiben für neue Technologien – egal, ob Range Extender, effiziente Hybridmodelle oder, ja, auch Verbrenner, wenn sie sinnvoll weiterentwickelt werden. Klimaschutz und der Erhalt von Jobs seien keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Sie warnt, dass die Vorschläge aus Brüssel zwar Fortschritt versprechen, aber in Wirklichkeit zusätzliche Belastungen und ein noch dichteres Dickicht an Vorschriften nach sich ziehen. Ein Lippenbekenntnis zur Offenheit bei Antrieben reiche eben nicht, das müsse auch praktisch umsetzbar sein. Also: Berlin und Brüssel, jetzt seid ihr gefragt.

Die deutsche Automobilindustrie steht unter erheblichem Druck durch steigende Kosten, Regularien und internationale Konkurrenz. VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert deshalb deutliche Entlastungen durch geringere Steuern, niedrigere Energiepreise sowie eine echte Reduzierung der Bürokratie. Besonders angesichts der Diskussion um Verbrenner-Aus und technologischen Wandel sieht Müller nur dann eine Zukunftsfähigkeit der Branche in Deutschland, wenn Politik tatsächlich technologieoffen agiert – das heißt: Alle Antriebsarten, die klimafreundlich und effizient sind, müssen ermöglicht werden, statt alles auf einen Antrieb festzunageln. Nach aktuellem Stand (Juni 2024) dominieren in der Politik weiterhin kontroverse Debatten um die richtige Strategie für Deutschlands Schlüsselindustrie. Hinzu kommt, dass innerhalb der Ampel-Koalition Uneinigkeit herrscht: Während Wirtschaftsminister Habeck verstärkte Förderung klimafreundlicher Produktion anstrebt, pochen FDP und Union eher auf Technologiefreiheit und Steuererleichterungen. Die Europaebene erschwert die Lage, weil die geplanten Regeln zum Verbrenner-Aus – bei aller Öffnung für E-Fuels – in der Praxis viele Hürden für neue Technologien setzen. Wirtschaftsverbände wie der VDA drängen aktuell mit einer gemeinsamen Initiative auf konkrete Nachbesserungen bei Steuer- und Energiekosten sowie einfachere Genehmigungsverfahren.

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