Catena-X trifft Factory-X: Ein Puzzlestück für Europas digitale Industrievision

Limburg/Köln – Mit vereinten Kräften demonstrieren German Edge Cloud (GEC) und Cofinity-X, wie sich die Grenzen zwischen den Datenwelten der Automobil- und Fertigungsindustrie überwinden lassen. Ihr neues Pilotprojekt zeigt erstmals, wie Unternehmen branchenübergreifend, aber trotzdem souverän Daten teilen können – eine kleine Revolution auf dem langen Weg zu Europas Manufacturing-X.

heute 15:51 Uhr | 2 mal gelesen

Das Herzstück dieses Projekts ist die geschickte „Verzahnung“ zweier Industriegiganten im Datenraum: Catena-X, das sich auf die Automobilbranche fokussiert, und Factory-X, die Blaupause für eine digital vernetzte Produktion vieler Branchen. Was dabei wirklich spannend ist? Es geht nicht nur um Technik, sondern fast schon um Philosophie: Wer darf wem vertrauen, welche Daten dürfen raus, wie kontrolliert man den Fluss? Das ONCITE Digital Production System der German Edge Cloud funktioniert dabei wie ein Dolmetscher auf der Fabriketage, der Rohdaten aus Maschinen für das große, europäische Datennetzwerk vorbereitet – aber eben so, dass niemand die Kontrolle über seine Informationen verliert. Unter der Haube regelt dann das Dataspace OS von Cofinity-X, wie diese Daten sicher und standardisiert an Catena-X und andere Partner weitergegeben werden können. Der „Dateneigentümer“ entscheidet, wer welche Infos sieht – kein Freifahrtschein, sondern regelbasierte Transparenz. Cofinity-X sorgt als neutraler „Schiedsrichter“ dafür, dass neue Unternehmen überhaupt mitspielen dürfen und das Regelwerk für Identitäten, Rechte und Schnittstellen befolgt wird. In der Praxis läuft der Showdown in einer realen, modularen Fabrik der SmartFactory Kaiserslautern: Hier kommunizieren Maschinen per OPC-UA, verwalten digitale Zwillinge und spielen ihre Daten souverän ins Netzwerk. Für Manufacturing-X und die Vision einer europäischen Datenwirtschaft bedeutet dieses Zusammenspiel: Die Technik ist bereit, das Konzept funktioniert nicht nur auf dem Papier, sondern zwischen Fabrik und Cloud. Einen kleinen Haken gibt’s: Der große, begehbare Prototyp wird erst zur Hannover Messe 2026 live vorgestellt. Bis dahin kann man die beteiligten Unternehmen auf Messen besuchen – und vielleicht schon mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen.

German Edge Cloud und Cofinity-X demonstrieren erfolgreich, wie Datenräume der Industrie – konkret Catena-X und Factory-X – technisch und organisatorisch integriert werden können. Kern des Konzepts ist, dass Unternehmen ihre Produktionsdaten souverän und dennoch interoperabel über Branchengrenzen hinweg teilen, ohne die Kontrolle über ihre Daten aufzugeben. Die Modellfabrik der SmartFactory Kaiserslautern dient dabei als realer Testaufbau, bei dem digitale Zwillinge, standardisierte Schnittstellen und sichere Kommunikationsplattformen zum Einsatz kommen – ein wichtiger Impuls für die Entwicklung einer europäischen Manufacturing-X-Architektur. Inzwischen mehren sich auch auf politischer Ebene die Stimmen, die die Bedeutung souveräner, branchenübergreifender Datenwirtschaft betonen, etwa vor dem Hintergrund des EU-Datenraums und strategischer Unabhängigkeit. Laut t3n nimmt Manufacturing-X auf der Hannover Messe 2024 bereits eine zentrale Rolle in der deutschen Industry-4.0-Debatte ein, insbesondere im Kontext von Klimaschutz und Lieferketten-Transparenz. Die FAZ berichtet zudem, wie deutsche Industrieverbände noch Koordinationsdefizite und einen Rückstand bei der Umsetzung digitaler Ökosysteme benennen, aber das Potential europäischer Standards hervorheben. Die Zeit greift die internationale Dimension auf und sieht die europäische Industrie im Wettlauf mit USA und China, in dem offene, aber sichere Datenräume als Schlüssel für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit gelten.

Schlagwort aus diesem Artikel