CDU-Arbeitnehmer vertreten klare Kante gegen Söders Arbeitszeitpläne

Der Arbeitnehmerflügel der CDU stellt sich entschieden gegen die Forderung von CSU-Parteichef Markus Söder, die Deutschen sollten mehr arbeiten. "Wer morgens um fünf aufsteht und versucht, Familie und Schichtarbeit zu jonglieren, braucht keine hohlen Sprüche, sondern echte Anerkennung", so Dennis Radtke, Vorsitzender der CDA, im "Handelsblatt". Die Vorstellung vom "arbeitsscheuen Deutschen" sei völlig daneben.

05.01.26 16:31 Uhr | 22 mal gelesen

Radtke macht deutlich, kaum irgendwo sonst werde so effizient gearbeitet wie hierzulande. Besonders in Teilzeitjobs schaffen viele, was in Vollzeit und mit Familie unmöglich ist. Die klassische Rolle der Hausfrau existiert so heute praktisch nicht mehr – berufstätige Mütter stemmen den Spagat zwischen Job und Zuhause, schlicht weil es kaum Alternativen gibt. Ein Seitenhieb auf Söder blieb nicht aus: Gerade ein bayerischer Ministerpräsident sollte solche Realitäten kennen. Zwar kann sich Radtke eine flexiblere Handhabung von Arbeitszeiten grundsätzlich vorstellen, für ihn steht aber fest: Mehr Freiheiten dürfen nicht in Überlastung umschlagen. Flexibilität ja, aber nur, wenn sie den Menschen nützt. "Wer alles aus der Brille der Arbeitgeber betrachtet, riskiert das soziale Rückgrat unserer Wirtschaft", so Radtke scharf. Söders Parolen auf CSU-Parteitagen hält er für reine Schaustellerei – in Wahrheit klinge der CSU-Chef eher nach einem knallharten Vertreter der Arbeitgeberseite.

Der interne Konflikt um längere Arbeitszeiten zeigt, dass sich CDU-Arbeitnehmer wie Dennis Radtke gegen Söders Forderungen nach einer Ausweitung der Arbeitsstunden klar positionieren. Radtke betont, dass gerade Schichtarbeiter und berufstätige Eltern am Limit arbeiten und weitere Belastungen nicht tragbar wären; er fordert politische Vorschläge, die die Lebensrealität der Menschen anerkennen statt pauschale Forderungen nach längerer Arbeitszeit zu stellen. Ein Blick in aktuelle Debatten (u.a. auf taz.de und faz.net) zeigt zudem, dass viele Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter deutschlandweit vor einer weiteren Aufweichung von Arbeitszeiten warnen und stattdessen mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf, besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz und eine modernere Definition von Leistung und Produktivität fordern.

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