CDU-Spitzenkandidat Schulze in Sachsen-Anhalt teilt gegen AfD aus: „Inhaltlich nichts dahinter“

Sven Schulze, Wirtschaftsminister und CDU-Frontmann in Sachsen-Anhalt, geht klar auf Distanz zur AfD – und glaubt an einen CDU-Sieg aus eigener Kraft.

07.01.26 00:05 Uhr | 14 mal gelesen

In einem bemerkenswert offenen Gespräch mit dem 'Stern' rechnet Sven Schulze, Landesminister und CDU-Spitzenkandidat, mit der AfD ab. Er wirft der Partei vor, sie habe zu echten Herausforderungen keinerlei praktikable Lösungen parat. Die Vorstellung, mit weniger Migration seien sämtliche Probleme gelöst, sei nicht nur zu kurz gedacht, sondern schlichtweg falsch – so Schulze. Ihm zufolge begebe sich eine Regierung unter AfD-Führung in die Gefahr, Sachsen-Anhalt in Richtung Experimentierfeld – oder schlimmer noch: ins politische Chaos – abdriften zu lassen. Ein aktuelles Beispiel für das Agieren der AfD sei, so Schulze, deren kategorische Ablehnung dringend benötigter Gelder aus dem Bund: Knapp 2,6 Milliarden für die Infrastruktur stehen auf dem Spiel. Schulze betont, dies zeige die Konzeptlosigkeit der Partei. Für ihn stellt sich keine Frage: Keine Zusammenarbeit mit AfD oder Linken, stattdessen will er mit der CDU die stärkste Kraft stellen. Laut Umfragen könnte das allerdings schwierig werden – die AfD steht aktuell bei fast 40 Prozent, Schulze würde Stand jetzt wohl auf Bündnisse mit anderen Parteien angewiesen sein.

Sven Schulze, führender CDU-Politiker in Sachsen-Anhalt, spricht sich im 'Stern'-Interview vehement gegen die AfD aus und hält ihre Politik für inhaltsleer. Er sieht in der anstehenden Landtagswahl kein Signal Richtung Bund, sondern eine Frage, ob das Land stabil und handlungsfähig bleibt. Allerdings deutet das aktuelle Meinungsbild darauf hin, dass die AfD weiterhin sehr stark ist – was die Regierungsbildung für Schulze und seine Partei vermutlich zur Herausforderung macht. Ergänzend sei erwähnt, dass in den letzten Tagen vielerorts ausführlich über die zunehmende Polarisierung in Ostdeutschland und die Rolle ostdeutscher Bundesländer als Bühne für bundespolitische Debatten berichtet wurde. Insbesondere wurden Schulzes Äußerungen häufig als Versuch gewertet, Distanz zur Bundes-CDU unter Friedrich Merz zu wahren und eigene Erzählungen für die Landespolitik zu etablieren.

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