Bei den Singles dagegen gibt's Wechsel an der Spitze: Taylor Swift muss ihr Krönchen an Zara Larsson abgeben. Ihr Track "Lush Life“ landete nach fast einem Jahrzehnt endlich ganz oben – angestoßen durch ein Tiktok-Revival. Damit steht sie nun vor Swifts „The Fate Of Ophelia“ und Rayes „Where Is My Husband!". Fun Fact: Für Larsson ist das schon der zweite Nummer-eins-Hit, nachdem sie mit David Guetta „This One's For You“ landete. TikTok hat eben manchmal einen ganz eigenen Takt.
Auf Platz fünf der Single-Hitliste folgt Alex Warren mit „Fever Dream" – direkt vor seinem bekannten Song „Ordinary“. Sarah Engels‘ ESC-Song „Fire“ gelingt indes nur der Sprung auf Platz 75. Ein kleiner Seitenblick: Vorjahreskandidaten Abor & Tynna stiegen gleich auf Rang 13 ein, Isaak – Deutschlands Hoffnung für 2024 – musste bis nach dem ESC-Finale warten, dann reichte es immerhin für Platz 22. Noch etwas: Die GfK-Zahlen gelten als so repräsentativ, dass sie 90 Prozent aller Musikverkäufe abdecken sollen. Bleibt die Wahrheit: Musikgeschmack lässt sich wohl nie zu 100 Prozent abbilden.
Clueso ist mit "Deja Vu 1/2" zum vierten Mal an der Spitze der deutschen Album-Charts gelandet und setzt sich damit gegen starke internationale Konkurrenz durch. Bemerkenswert ist auch das überraschende Comeback von Zara Larssons "Lush Life" auf Platz eins der Single-Charts – nach jahrelanger Pause, ausgelöst durch einen Tiktok-Hype. Die diesjährige ESC-Vertreterin Sarah Engels schneidet allerdings vergleichsweise schwach ab, während die deutschen Charts laut GfK Entertainment etwa 90 Prozent der Musikverkäufe hierzulande widerspiegeln. — Ergänzend recherchiert: In den letzten Tagen dominierten vor allem Diskussionen über die Rolle von Social-Media-Plattformen wie TikTok beim Wiederaufflammen alter Hits, sowie Debatten rund um die niedrigen Chartplatzierungen deutscher ESC-Beiträge. Bei taz.de wurde auch thematisiert, inwieweit Streaming-Zahlen die Chart-Ermittlung verändern, während auf spiegel.de eine ausführliche Analyse der aktuellen Chartentwicklungen und ihrer Internationalität erschien. Zudem sprach die Süddeutsche Zeitung ausführlich über die Herausforderungen deutscher Acts gegenüber internationalen Stars.