Debatte um Bahnsicherheit nach tödlicher Attacke – Dobrindt fordert härtere Strafen und setzt auf Überwachung

Im Nachgang zur tödlichen Gewalt in einem Regionalzug stellt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) klar: Vom mutmaßlichen Täter müsse die volle Härte der Justiz spürbar werden – auf zusätzliche Sicherheitskräfte wolle er hingegen nur bedingt setzen.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Alexander Dobrindt zeigte sich tief betroffen, nachdem ein Zugbegleiter, 36 Jahre alt, durch massive Gewalt bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz ums Leben kam. Dobrindts Reaktion: ein Aufruf zu konsequenter Bestrafung und härteren Gesetzen zum Schutz öffentlicher Bediensteter. Absolute Sicherheit sei illusorisch, meint er, doch solche Taten dürften niemandem als gegeben erscheinen. Während Gewerkschaften lautstark für mehr Polizeikräfte in Zügen werben, setzt Dobrindt weiterhin vor allem auf bereits angestoßene Maßnahmen: Ausbau der Bundespolizei und das vermehrte Anbringen von Videokameras. Diese Überwachung trage zur Abschreckung und höheren Aufklärungsquoten bei – so der Standpunkt. Eine lückenlose Kontrolle aller Züge und Bahnhöfe sei aber schon technisch kaum machbar, dafür sei das Bahnnetz zu offen. Das klingt ein bisschen resigniert, aber vielleicht auch realistisch. Ob zusätzliche Gesetze tatsächlich Sicherheit bringen, bleibt abzuwarten – und ein kleiner Zweifel bleibt sowieso.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter ruft Alexander Dobrindt zu besonders strenger Bestrafung des Täters auf und macht sich stark für schärfere Gesetze zum Schutz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Mehr Polizeipräsenz hält er nicht für die Lösung, stattdessen verweist er auf aktuelle Entwicklungen wie den Ausbau der Videoüberwachung und mehr Einsatzkräfte bei der Bundespolizei – betont aber zugleich, dass hundertprozentige Sicherheit im offenen System Bahn illusorisch bleibt. Andere Stimmen, etwa aus der Gewerkschaft oder Zivilgesellschaft, kritisieren diese Haltung: Sie sehen mehr Personal und niedrigere Zugangsschwellen zu Unterstützung als notwendiger; zudem wird die Wirksamkeit von Überwachung und Strafverschärfung als begrenzt eingeschätzt. Recherchen zeigen, dass bundesweit in Zügen immer wieder Übergriffe vorkommen und Polizisten sowie Sicherheitsexperten mahnen, Prävention müsse ebenso einen starken Stellenwert einnehmen. Neue Vorschläge werden diskutiert, von unabhängigen Sicherheitspatrouillen bis hin zu anonymen Meldesystemen für Bedrohungen, doch auf einen einheitlichen Weg konnten sich Politik und Praxis bislang nicht einigen. Die Bahn selbst äußert sich betroffen und verspricht, gemeinsam mit den Behörden weiter an Verbesserungen zu arbeiten.

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