Mehr Schutz für Zugpersonal? Justizministerin Hubig denkt laut nach

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz überlegt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), den geplanten Schutz für Einsatzkräfte auf Bahnmitarbeitende auszuweiten.

06.02.26 01:02 Uhr | 39 mal gelesen

Sagen wir es offen: Der Schock über die kürzliche Tat sitzt tief, nicht nur bei Ministerin Hubig. In ihrem Statement klingt echte Betroffenheit durch – solche Angriffe stehen eben nicht allein da. Übergriffe im öffentlichen Raum, so ihr Eindruck, nehmen generell zu. Sie spricht von einer 'gesamtgesellschaftlichen Entwicklung', Bögen dorthin kennt wohl jeder, der sich regelmäßig im Zugabteil aufhält. Im Windschatten eines neuen Gesetzesentwurfs, der eigentlich die Strafen für Übergriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte verschärfen soll, stellt sich nun die Frage: Brauchen auch Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter besseren gesetzlichen Schutz? Offenbar wird das Thema im Ministerium gerade abgewogen. Hubig deutet an, dass gezielt geprüft werde, den Entwurf so zu ändern, dass explizit auch Attacken auf Bahnmitarbeitende schärfer geahndet werden. Noch ist nichts festgezurrt – aber die Debatte ist angestoßen. Dass längst nicht mehr nur Polizisten oder Sanitäter, sondern auch Servicekräfte ins Visier geraten, hat plötzlich eine neue Klarheit.

Die jüngste Gewalttat gegen einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat eine Debatte um den Schutz von Berufsgruppen im öffentlichen Dienst angestoßen. Justizministerin Hubig zeigt sich erschüttert und erwägt deshalb, den aktuellen Gesetzentwurf zum besseren Schutz von Rettungs- und Einsatzkräften auszuweiten, sodass künftig auch Zugpersonal ausdrücklich erfasst wird. Laut Recherchen und aktuellen Medienberichten häufen sich Gewalt- und Bedrohungsfälle gegen Bahnbedienstete, wobei Gewerkschafter und Experten strengere Strafen, aber auch präventive Maßnahmen – etwa bessere Schulungen oder mehr Wachpersonal – fordern. Untersuchungen von Bahngewerkschaften zeigen, dass die Zahl der Übergriffe auf Zugpersonal in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Viele Beschäftigte berichten von Verunsicherung und Angst, was den Handlungsdruck auf die Politik erhöht. In mehreren Ländern werden derzeit ähnlich gelagerte Schutzgesetze für verschiedene Berufsgruppen diskutiert, parallel rufen Polizei und bahninterne Sicherheitsdienste zu mehr Präventionsmaßnahmen auf.

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