„Man sollte sich vor voreiligen Festlegungen hüten – denn wer jetzt schon Mögliches ausschließt, begrenzt sich selbst in den späteren Verhandlungen“, betonte Hakverdi im Gespräch mit Politico. Er gestand offen ein, dass Europas Verteidigung im Ukraine-Kontext nach wie vor erheblich von den Vereinigten Staaten abhängt, was ein schwer lösbares Dilemma für die europäische Politik darstellt. Hakverdi sieht daher eine Doppelstrategie als notwendig an: Gemeinsam agieren, wo es geht – aber auch ehrlich benennen, wenn Interessen kollidieren. Über das Verhältnis zu den USA äußerte er sich nachdenklich: Zwar stehe kein unmittelbarer Bruch bevor, dennoch gäbe es anhaltende Spannungen. Besonders mit Blick auf die bevorstehende Münchner Sicherheitskonferenz sei zu erwarten, dass Konflikte offen zur Sprache kommen – ein vollständiges Ausbleiben des US-Kulturkampfs hält Hakverdi für unwahrscheinlich. Vielmehr hofft er auf sachliche Diskussionspunkte hinsichtlich der NATO-Zusammenarbeit. Interessanterweise verwies er auf die Geschlossenheit Europas bei jüngsten Krisen, etwa im Fall Grönlands – ein Ereignis, das nach seiner Ansicht einen neuen Zusammenhalt demonstriert habe, sogar über klassische EU-Grenzen hinaus.
Das Thema deutscher Truppen in der Ukraine ist aktuell hoch umstritten. Hakverdi vermeidet bewusste Zusagen oder Absagen, um den Verhandlungsrahmen nicht unnötig einzuengen, und unterstreicht zugleich die sicherheitspolitische Kontrolle Amerikas über Europa – ein Abhängigkeitsverhältnis, das im transatlantischen Dialog für Spannung sorgt. Neuere Recherchen zeigen, dass von mehreren Seiten – etwa von hochrangigen Militärs und EU-Vertretern – aktuell Überlegungen über gemeinsame europäische Sicherheitsinitiativen für die Ukraine intensiv diskutiert werden. Laut SPIEGEL warnen etliche Experten vor politischen Schnellschüssen und fordern breite gesellschaftliche Debatten, wohin Europas Sicherheitsinteressen tatsächlich führen sollten, besonders angesichts der bevorstehenden US-Wahl, die Auswirkungen auf die transatlantische Allianz haben könnte. In anderen Berichten, etwa bei SZ und FAZ, wird betont, dass eine europäische Geschlossenheit zwar sichtbar sei, aber die Frage nach militärischem Engagement weiterhin für Zündstoff in Berliner und Brüsseler Politik-Kreisen sorgt.