Es ist fast schon surreal, wie ruhig und gefasst Heiko Thoms bleibt, während in Kiew Sirenen ertönen und Bedrohungen aus dem Kreml an der Tagesordnung sind. 'Uns einzuschüchtern wird niemandem gelingen', so Thoms in einem Interview mit RTL und ntv. Ein Satz, so lapidar es klingt, der einen gewissen Trotz verrät – gerade wenn man bedenkt, dass es sich eben nicht nur um politische Floskeln, sondern um echtes, gelebtes Risiko handelt.
Doch Thoms bleibt nicht unkritisch. Die Drohungen, die an Diplomaten herangetragen werden, seien nach seiner Einschätzung keinesfalls vereinbar mit den Grundprinzipien des humanitären Völkerrechts. Ganz gleich, wie düster sich die Lage darstellt: Der Entschluss ist klar – 'Wir verlassen die Ukraine nicht.'
Bald jedoch zieht es Thoms aus einem anderen Grund weiter: Im August erwartet ihn Madrid als neue diplomatische Heimat. Der Abschied aus Kiew fällt ihm nicht leicht: Zu tief sitzt der Eindruck, den diese Stadt und ihre Bewohner bei ihm hinterlassen haben. Menschen, die mit bewundernswerter Gelassenheit versuchen, ein Stück Normalität beizubehalten, während draußen der Krieg tobt. Und irgendwie, so scheint es, nimmt er ein Stück von ihrem Widerstandsgeist mit nach Spanien.
Heiko Thoms, der noch amtierende deutsche Botschafter in Kiew, bleibt trotz anhaltender Bedrohungen durch Russland auf seinem Posten und verurteilt Drohungen gegen Diplomaten als völkerrechtswidrig. Im August wird er seine Stelle nach Spanien verlegen, blickt aber auf die Standhaftigkeit der Ukrainer mit großem Respekt zurück. Aktuelle Berichte zeigen, dass der ukrainische Alltag auch nach neuen russischen Angriffen seinen Lauf nimmt und westliche Diplomaten – darunter Thoms – weiter vor Ort bleiben, was als wichtiges symbolisches Zeichen gesehen wird.
Weitere Recherche zeigt, dass die jüngsten russischen Angriffe auf Kiew wiederholt die zivile Infrastruktur und sogar diplomatische Vertretungen bedrohen; währenddessen verstärken westliche Regierungen ihre diplomatische und militärische Unterstützung für die Ukraine. Zudem debattieren Medien in Deutschland offen über die künftige Rolle deutscher Diplomaten im Kriegsgebiet, insbesondere in Bezug auf Sicherheitsgarantien nach dem Rückzug einzelner EU-Mitgliedsstaaten aus angrenzenden Regionen.