Schaut man genauer hin, gibt es Lichtblicke – beispielsweise bei den Großbatterien: Innerhalb eines halben Jahres wurden zusätzliche 0,8 Gigawattstunden Kapazität installiert, das entspricht einem Viertel mehr. Damit lassen sich überschüssige Wind- oder Sonnenenergie für windstille oder trübe Zeiten „zwischenlagern“. Das DIW sieht einen Zusammenhang zwischen diesen Speichern und weniger negativen Strombörsenpreisen – also im Klartext: Der Strommarkt wurde ein Stück weit stabilisiert.
Wärmepumpen gewinnen beim Heizen weiter an Boden. 2025 machten sie fast die Hälfte aller neuen Heizungsanlagen aus, insgesamt drehen jetzt rund 2,2 Millionen davon ihre Kompressoren in deutschen Kellern. Auch der Schwerlastverkehr zeigt erstmals messbare Tendenzen zur Elektrifizierung – die Zahl der neuen E-Lkw verdoppelte sich im zweiten Halbjahr gegenüber der ersten Jahreshälfte. Allerdings liegt der E-Anteil bei Neulastwagen weiterhin deutlich unter zwölf Prozent. Bei den Pkw sind es immerhin gut 20 Prozent, noch nicht berauschend, die Richtung stimmt aber.
Einen kräftigen Satz nach vorn legte die Photovoltaik hin: Die installierte Leistung überschritt die Marke von 117 Gigawatt, damit ist etwa die Hälfte des 2030er-Ziels abgehakt. Windkraft wächst zwar ebenfalls, aber nicht schnell genug, um die gesetzlichen Vorgaben bis 2030 einzulösen. Insgesamt: Fortschritt ja, aber die Geschwindigkeit reicht noch lange nicht für die ambitionierten Klima- und Souveränitätsziele – so das ernüchternde Fazit von Schill. Kurioserweise wirkt das Ganze ein wenig wie eine Wanderung mit schwerem Gepäck: Man kommt weiter, aber leider viel zu langsam.
Der aktuelle Energiewende-Monitor des DIW signalisiert, dass Deutschland auf einem vorsichtigen, aber konsequenten Transformationsweg beim Umstieg auf erneuerbare Energien ist. Während deutliche Zuwächse bei Großbatterien, Wärmepumpen und Photovoltaik zu verzeichnen sind, bleibt das Wachstum bei der Windenergie und E-Mobilität – besonders im Schwerlastverkehr – deutlich hinter den politischen Zielmarken zurück. Angesichts der sich stetig verändernden geopolitischen Rahmenbedingungen und schwankender Nachfrage rät das DIW, die derzeitigen Spielräume stärker zu nutzen und nicht durch politische Unsicherheiten auszubremsen.
Nach aktueller Recherche berichten zahlreiche Medien verstärkt von einem Anziehen des Solarausbaus, insbesondere durch neue Förderprogramme und vereinfachte Genehmigungen. Parallel dazu werden Diskussionen über schnellere Windkraftausbau-Flächen und die Notwendigkeit einer Reform des Strommarktdesigns lauter – nicht zuletzt, um Preisschwankungen und Versorgungslücken besser zu begegnen. Ergänzend kamen in der Berichterstattung der letzten 48 Stunden Aspekte wie die soziale Flankierung der Energiewende (etwa durch Härtefallfonds) und Herausforderungen bei der Netzinfrastruktur zur Sprache.