Deutschland – USA: Weniger Auswanderer, mehr Rückkehrer

Im laufenden Jahr zieht es weniger Menschen aus Deutschland in die Vereinigten Staaten, während gleichzeitig mehr US-Amerikaner nach Deutschland kommen. Ein Trend, der überrascht – und Fragen aufwirft.

10.11.25 11:11 Uhr | 81 mal gelesen

Das Statistische Bundesamt hat für die Monate Januar bis September dieses Jahres einen spürbaren Rückgang bei den Auswanderungen aus Deutschland in die USA festgestellt – exakt 17,8 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum. Demnach verließen nur rund 17.100 Menschen mit Ziel USA die deutschen Melderegister, wohingegen es im Vergleichszeitraum zuvor noch etwa 20.800 waren. Interessant: Die Zahlen waren in jedem einzelnen Monat niedriger als im jeweiligen Vorjahresmonat und so niedrig wie seit der Pandemie 2021 nicht mehr. Klar, solche Statistiken sind immer trocken – und doch erzählen sie mehr. Merkwürdig ist allerdings, während das Auswanderungsfieber abflacht, wird Deutschland für US-Amerikaner dagegen immer attraktiver: 19.300 Zuzüge aus den Vereinigten Staaten wurden bis September gemeldet, ein Anstieg um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals seit 2021 hat damit Deutschland mehr Menschen aus den USA aufgenommen als umgekehrt ausgewandert sind. Schaut man sich den Tourismus an, ist das Bild weniger rosig. Weniger US-Gäste kamen zwischen Januar und August nach Deutschland – konkret 1,96 Millionen, das sind 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Kurios dabei: Während insgesamt die Besucherzahlen aus dem In- und Ausland um 0,7 Prozent wuchsen, ging die Zahl der US-amerikanischen Gäste zurück, vor allem in den Sommermonaten. Im Juli und Juni kamen jeweils gut 10 Prozent weniger US-Besucher als im jeweiligen Vorjahresmonat. Und dann sind da noch die Fluggastzahlen: Im selben Zeitraum entschieden sich 1,3 Prozent weniger Reisende an deutschen Flughäfen für die USA als Ziel, das entspricht ungefähr 67.200 Personen. Trotzdem bleiben die USA das beliebteste außereuropäische Ziel für deutsche Flugreisende – ziemlich weit vor Ägypten. Nur, andere außereuropäische Regionen holen langsam auf. Woran das wohl liegt? Vielleicht am Dollar, vielleicht an politischen Lagen... oder schlicht daran, dass sich Sehnsüchte auf der Welt verschieben.

Weniger Menschen verlassen Deutschland in Richtung USA, während die Zuzugszahlen aus den Vereinigten Staaten ein kleines Plus verbuchen – erstmals seit Jahren kehrt sich das Verhältnis damit um. Auch beim Tourismus bleibt ein Rückgang aus den USA spürbar, im Gegensatz zum allgemeinen Trend steigender Gästezahlen in Deutschland insgesamt. Gründe für diesen Trend könnten vielfältig sein: von wirtschaftlichen Unsicherheiten, veränderten Migrationsregelungen, bis hin zu den Auswirkungen geopolitischer Spannungen und pandemiebedingten Nachwirkungen – Faktoren, die sowohl beim privaten Umzug als auch bei der Wahl eines Urlaubsziels eine Rolle spielen. Neuere Analysen betonen zudem den Einfluss wirtschaftlicher Abschwächung in Deutschland sowie Unsicherheiten rund um Fachkräfte-Einwanderung und wechselnde Visa-Regularien. Gleichzeitig werden die USA von vielen Deutschen als weniger attraktives Auswanderungsziel gesehen, während sich umgekehrt in Deutschland Möglichkeiten für Rückkehrer oder US-Spezialisten verbessert haben. Jüngste Medienberichte berichten über einen leichten Einbruch der transatlantischen Reisetätigkeit im Sommer 2025, zudem bremsen gestiegene Flugpreise und das sich abkühlende Konsumklima auf beiden Seiten die Reiselust weiter aus.

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