Patrick Drebenstedt, der Mann hinter dem MAW Technoclub in Magdeburg, bringt es auf den Punkt: "Ohne Drogen läuft kein Club richtig." Kontrolle am Eingang? Nett gemeint, aber am Ende chancenlos. Was bleibt einem als Betreiber dann anderes übrig, als aufzuklären und Rückzugsorte für Überforderte zu schaffen? Deshalb bietet sein Club Workshops über sicheren Konsum oder erste Hilfe an – was überraschend bodenständiger klingt, als manche Politikerdiskussion.
Das berühmte Club-Drugchecking ist in Thüringen schon Realität: Das Jenaer Startup 'miraculix' und die Suchthilfe haben ein Wohnmobil vor der Clubtür stehen, nehmen die Pillen und prüfen, was wirklich drinsteckt. Felix Blei von „miraculix“ schildert eindringlich: Niemand auf den Feiern weiß, was er da eigentlich schluckt. Der Freistaat zahlt – und die Lebensretter kommen per Mobileinsatz. Während die Politik vielerorts blockiert, werden beim Clubvolk Substanzen analysiert.
Was anderswo Zukunftsmusik ist, ist in Portugal seit 2001 Alltag: Drogen entkriminalisiert, keine Strafprozesse mehr, sondern Reflexionsgespräche, wenn man erwischt wird. Nuno Capaz von der zuständigen Kommission in Lissabon wundert sich ohnehin: Die meisten Konsumierenden hätten kein ernstes Problem mit ihrem Umgang. Wer doch Hilfe braucht, bekommt sie. Ob das auch was für Deutschland wäre? Offen, sagt Tautz, Fragen bleiben. Die vollständige Reportage beleuchtet Nuancen und Brüche der deutschen Drogenpolitik – ab 24. Juni im MDR.
Die MDR-Reportage „exactly“ stellt unsere Drogenpolitik auf den Prüfstand und besucht dafür Clubs, in denen psychoaktive Substanzen trotz Verbot längst dazugehören. Zentral ist die Drogenaufklärung in Clubs – wie das 'Drugchecking', das in Thüringen bereits angewandt wird, um Konsumierende zu schützen. Im europäischen Vergleich wird das portugiesische Modell vorgestellt, bei dem statt Strafe auf Beratung gesetzt wird – mit positiven Effekten wie rückläufigen Konsumraten und geringerer Stigmatisierung.
Neuere Berichte (Stand Juni 2024) zeigen: In Deutschland steigt der Konsum synthetischer Drogen weiter an, wodurch Polizei und Justiz zunehmend überlastet sind. Mehrere Bundesländer diskutieren gerade die Ausweitung von Drugchecking-Projekten und die Lockerung des Betäubungsmittelrechts, während sich auf EU-Ebene eine Debatte um entkriminalisierende Ansätze zuspitzt. Zwischen Prävention, Repression und Hilfeleistungen bleibt eine zentrale Frage offen: Wie lange will Deutschland sich noch gegen Modelle stellen, die international bereits Erfolge zeigen?