Dehoga fürchtet schwerwiegende Folgen bei Wegfall der Minijobs

Jana Schimke, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), schlägt Alarm: Sollte die geplante Rentenreform das Modell der Minijobs kippen, stünde die Branche vor einem gewaltigen Personalproblem.

heute 15:00 Uhr | 3 mal gelesen

Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer, mir auszumalen, wie das Gastgewerbe überhaupt laufen sollte, falls die Minijobs wirklich abgeschafft werden – so offen äußerte sich Frau Schimke jüngst gegenüber dem Sender 'Welt'. Sie zeigte sich nahezu fassungslos darüber, dass offenbar kaum jemand in der Politik erkennt, wie existenziell diese flexiblen Arbeitsmodelle für Hotels, Kneipen und Restaurants sind. "Wir sind regelrecht erschrocken darüber, wie wenig strategischer Weitblick an so zentraler Stelle fehlt!", sagte sie. Statt den ohnehin unter Druck stehenden Arbeitsmarkt noch weiter zu belasten, plädiert Schimke dafür, Unternehmer wie auch Arbeitnehmer bei den Sozialabgaben nachhaltig zu entlasten. Warum, fragt man sich, will man gerade jetzt eines der letzten verbliebenen flexiblen Ventile leichtfertig opfern?

Schimke vertritt eine klare Meinung: Würde man die Minijobs in Deutschland abschaffen, könnte das nicht weniger als die Hälfte der Arbeitskräfte im Gastgewerbe kosten – ein Desaster für eine ohnehin gebeutelte Branche, die mit Personalmangel und steigenden Kosten kämpft. Viele Studierende, Rentner und Nebenjobber, die bislang über diese Einstiegsmöglichkeit arbeiten, wären dann außen vor. Tatsächlich laufen laut aktuellen Meldungen vieler Branchenverbände und Zeitungen derzeit intensive Debatten nicht nur über Renten, sondern auch über Arbeitszeitregelungen und Flexibilisierung – das Thema Minijobs steht dabei sinnbildlich für den Spagat zwischen sozialer Absicherung und ökonomischer Realität. Laut Recherchen ist die politische Debatte aktuell besonders hitzig, da MINIJOBS im Hotel- und Gastrobereich fast schon ein Überlebensanker sind, und neue gesetzliche Regelungen zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen führen könnten.

Schlagwort aus diesem Artikel