E-Auto-Versicherungen: Häufig kostspieliger als bei Verbrennern

Rund die Hälfte aller Vollkaskoversicherungen verlangt für Elektroautos höhere Prämien als für vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Laut Verivox-Analyse steckt hinter den Preisen eine Mischung aus Vorsicht und Markttaktik.

heute 16:45 Uhr | 2 mal gelesen

Es klingt fast paradox: Wer mit seinem eigenen Elektroauto zum ersten Mal stolz zur Versicherung spaziert, der staunt vielleicht nicht schlecht – denn nicht selten ist die Prämie für den Stromer um einiges höher als für den konventionellen Benziner. Das Vergleichsportal Verivox hat Tarife exemplarisch verglichen, etwa für einen BMW X3. Das verblüffende Ergebnis: Für die E-Variante des Modells wird im Schnitt bis zu 44 Prozent mehr fällig als für die entsprechende Benziner-Version, und das, obwohl theoretisch beide denselben Risikoklassen zugeordnet werden. Gut die Hälfte der betrachteten Tarife sollte Elektroautofahrer tiefer in die Tasche greifen lassen; nur bei etwa 32 Prozent ist der Stromer besser dran. Manchmal kostet's auch gleich viel. Beim Elektro-SUV Skoda Enyaq ergibt sich ein ähnliches, aber nicht ganz so dramatisches Bild – in etwa 40 Prozent der Versicherungsangebote sind die Policen für das elektrische Modell teurer, 35 Prozent günstiger und bei gut 26 Prozent tut sich gar nichts.
Warum ist das so? Aljoscha Ziller von Verivox bringt es auf den Punkt: Versicherer sind mittlerweile vorsichtiger geworden – die Anfangseuphorie und Pauschalrabatte für E-Autos sind verflogen, seit klar ist, dass Schadensfälle zwar seltener auftreten, aber im Ernstfall sündhaft teuer werden können (Batterieaustausch, Spezialwerkstätten und so weiter). Dennoch lohnt sich gründliches Vergleichen nach wie vor. Manche Versicherer setzen offenbar weiter auf niedrige Einstiegspreise, um die Kundschaft der E-Auto-Fahrer zu gewinnen. Und: Die einzelnen Tarife unterscheiden sich erheblich, besonders wenn der Akku ins Spiel kommt, da gibt es noch keine einheitliche Linie. Kleiner Tipp am Rande: Neben dem reinen Preis sollte man immer genauer hinschauen, was beim Batterie-Schutz wirklich enthalten ist – das kann im Schadenfall entscheidend sein.
Die Analyse fußt übrigens auf über 400 Tarifen von 60 Versicherungen, berechnet für das durchaus typische Szenario eines Berliner Fahrers, 45 Jahre alt, mit 12.000 Kilometern pro Jahr und der Schadenfreiheitsklasse 15. Ein Wertevergleich, der für viele – aber längst nicht für alle – E-Autobesitzer repräsentativ sein dürfte.

Zusammengefasst bleibt festzuhalten: Elektroautofahrer müssen bei der Versicherung häufig mit Mehrkosten rechnen, da ehemals günstigere E-Auto-Tarife aufgrund neuer Schadensdaten meist angepasst wurden. Die Hauptkostentreiber sind dabei nicht die Unfallhäufigkeit, sondern vielmehr die hohen Reparatur- und Austauschkosten, insbesondere der Batterie. Laut aktuellen Berichten wird der Trend, Versicherungsprämien für E-Autos zu erhöhen, durch Faktoren wie steigende Ersatzteilpreise und die notwendige Spezialisierung der Werkstätten weiter verstärkt. Zudem zeigen Recherchen, dass einige Anbieter aktuell gezielt Rabatte gewähren, während andere ihre Tarife straffer kalkulieren – ein Blick in die Details der Versicherungspolicen lohnt also immer noch. Besonders auffällig: Trotz mancher Anhebung locken einige Anbieter mit spezifischen Zusatzleistungen wie Abschleppservice bei entladener Batterie oder umfassendem Akkuschutz. Eine breite Auswertung verschiedener Vergleichsportale zeigt, dass individuelle Faktoren wie Fahrzeugalter, Region, Fahrerprofil und Wahl des Tarifs zu erheblicher Varianz bei den Kosten führen. Auch die Politik beobachtet die Entwicklung aufmerksam, da hohe laufende Kosten das Wachstum der Elektromobilität gefährden könnten.

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