Manchmal fragt man sich ja, warum solche Erkenntnisse immer erst dann wieder diskutiert werden, wenn’s irgendwo auf der Welt brenzlig wird. Fakt ist: Der deutsche Bundestag entscheidet am Ende über die Gelder – und nach Ex-Gesundheitsminister Lauterbach sollte da am besten ordentlich nachgelegt werden, gerade weil die Ebola-Lage wieder ins Rollen gekommen ist.
Alabali Radovan unterstreicht außerdem, dass schon seit Jahren Projekte zur Vorsorge in Zentralafrika laufen und gerade diese Netzwerke jetzt helfen können, schnell flexibel zu reagieren. Dummerweise sinken die dafür zur Verfügung stehenden Mittel kontinuierlich: Die sogenannte ODA-Quote, also der Anteil der öffentlichen Entwicklungsgelder am Bruttonationaleinkommen, liegt zwar dieses Jahr noch bei 0,67 Prozent – aber in den nächsten Jahren soll sie deutlich unter die berühmten 0,7 Prozent der UN-Empfehlung fallen. Wie sinnvoll das ist? Da darf man wohl mit Recht skeptisch sein.
Der Aufschrei von Entwicklungsministerin Alabali Radovan kommt nicht von ungefähr: Der Ebola-Ausbruch legt erneut offen, wie sehr Kürzungen bei der internationalen Gesundheitszusammenarbeit fatale Folgen haben können. Sie plädiert leidenschaftlich für mehr deutsche Mittel, weiß aber, dass politische Realitäten oft andere Wege gehen: Die ODA-Quote schrumpft Jahr für Jahr, obwohl die UN das Gegenteil fordert und die Pandemieprävention tägliche Erfolge zeigt. Nach gründlicher Internetrecherche zeigt sich übrigens, dass dieses Thema international diskutiert wird – insbesondere die Tatsache, dass Deutschlands Beitrag zur Entwicklungshilfe sinkt, stößt auch außerhalb unserer Landesgrenzen auf Kritik.