Eröffnung von Stuttgart 21 nochmals vertagt – Unsicherheiten nehmen zu

Der neue Bahnhof Stuttgart 21 wird erneut verschoben – diesmal gibt es nicht einmal mehr ein klares Eröffnungsdatum.

19.11.25 17:29 Uhr | 99 mal gelesen

Am Mittwoch ging eine beinahe schon routinemäßige Nachricht durch Bahnkreise: Stuttgart 21, das Prestigeprojekt der Deutschen Bahn, wird wieder nicht rechtzeitig fertig. Evelyn Palla, frischgebackene Infrastruktur-Vorständin bei der Bahn, brachte die Nachricht persönlich zum Aufsichtsrat – etwas ernüchternd, denn technische Hürden beim sogenannten Digitalen Knoten Stuttgart machen der DB derzeit ordentlich zu schaffen. Ganz ironisch eigentlich, wenn man bedenkt, wie oft große Bauprojekte in Deutschland ins Stocken geraten, hatte doch sogar ein externer Prüfbericht bereits im Sommer vor den Risiken gewarnt. Die eigentliche Krux: Hinter den Kulissen hapert es derzeit besonders mit der Zulassung neuer Technik des Partners Hitachi aus Japan, ohne deren System die Digitalisierung in Stuttgart noch länger auf Eis liegt. Keiner will sich momentan festlegen, Palla schon gar nicht. Ein neues Datum? Vielleicht – aber frühestens Mitte nächstes Jahr, sagt das Unternehmen selbst. Und ja, dieses ewige Vertrösten ist wohl auch eine Art, den Ärger langsam gesellschaftsfähig zu machen.

Die fortwährenden Verzögerungen rund um Stuttgart 21 scheinen inzwischen zum traurigen Normalfall bei Großprojekten der Bahn zu werden. Verschiedene Medien berichten übereinstimmend, dass insbesondere beim Digitalen Knoten Stuttgart technische Zulassungen und Integrationsprobleme bremsen – hier stehen neuartige digitale Stellwerke und Kommunikationssysteme im Fokus, deren Komplexität offenbar unterschätzt wurde. Ergänzend gibt es weitere Kritik in der Öffentlichkeit an den ansteigenden Kosten (die Schätzungen reichen mittlerweile auf weit über 10 Milliarden Euro) und am fraglichen Nutzen solcher Mammutprojekte, wie auch die Diskussionen in Land und Bund verdeutlichen (taz, Zeit, SZ – jüngste Berichte über steckengebliebene Infrastruktur-Initiativen und teure Nachjustierungen).

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