Mitteldeutsche Städte buhlen um Bahn-Zentrale: Erfurt und Halle wollen DB-Hauptsitz ab 2034

Erfurt und Halle (Saale) bringen sich gemeinschaftlich als künftige Heimat für den Konzernsitz der Deutschen Bahn ab 2034 ins Spiel.

19.11.25 17:28 Uhr | 87 mal gelesen

Am Mittwoch ließ die Stadt Erfurt verlautbaren, dass gemeinsam mit Halle eine Initiative ins Rollen gebracht wird, um den Hauptsitz der Deutschen Bahn AG künftig in Mitteldeutschland – also konkret in Erfurt oder Halle – anzusiedeln. Schon zu Wochenbeginn hatte Halle angekündigt, zusammen mit Partnern in den Wettbewerb zu gehen. Was steckt dahinter? Der Mietvertrag für den aktuellen Sitz im Berliner DB-Tower läuft Ende 2033 aus – die Bahn muss also neu entscheiden, wo sie künftig ihre Zentrale aufschlägt. Andreas Horn, Erfurts Oberbürgermeister, betont: 'Wir treten nicht gegeneinander an, sondern gemeinsam für starke und moderne Infrastruktur im Osten.' Die Städte argumentieren vor allem mit ihrer Lage: Sowohl Erfurt als auch Halle liegen zentral, sind an die ICE-Hauptachse Berlin–München sowie bedeutende Ost-West-Verbindungen bestens angebunden. Leistungsfähige Bahnhöfe mit guten Zugverbindungen in nahezu alle Richtungen, so heißt es, hätten beide schon heute zu bieten – und günstiger als Berlin-Mitte sind die Standorte auch: Das spare Kosten, die direkt in Infrastruktur und Kundenerlebnis investiert werden könnten. Adresseiert ist die Einladung explizit an Evelyn Palla, die neue Vorstandschefin der Deutschen Bahn. Horn und Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt wollen die Verlagerung nutzen, um Bahnpräsenz im Osten zu stärken. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommentierte, dass eine Entscheidung zunächst im Bahnkonzern selbst getroffen werden müsse. Er wolle bei Gelegenheit mit dem Verkehrsminister sprechen, sehe das Thema aber aktuell nicht als prioritär an.

Die beiden mitteldeutschen Städte Erfurt und Halle haben ihre Bewerbung für den neuen Hauptsitz der Deutschen Bahn nach 2033 offiziell eingereicht und argumentieren mit zentraler Lage, starker Bahninfrastruktur und geringeren Kosten als in Berlin. In den letzten Tagen ist die Debatte um eine mögliche Verlagerung des DB-Konzernsitzes verstärkt in den Fokus gerückt: Während Politiker wie Friedrich Merz einen gewissen Druck zur Dezentralisierung sehen, fordern Interessenvertreter, dass die Entscheidung aus wirtschaftlicher und verkehrspolitischer Sicht getroffen wird. Weitere Recherchen zeigen: Die Diskussion passt zu einer allgemeinen Tendenz, Verwaltung und Großunternehmen aus Metropolen in andere Regionen zu verlagern – nicht zuletzt, um ostdeutsche Standorte zu stärken. Verschiedene Medien (u.a. FAZ, Spiegel, Zeit) berichten zudem über Bedenken, dass der Umzug organisatorisch und logistisch eine enorme Herausforderung werde; Befürworter betonen hingegen die Chance für Innovation und neue Impulse im Bahnkonzern. Während noch keine Entscheidung gefallen ist, wird das Thema politisch und gesellschaftlich breit debattiert und dürfte für einige Zeit die Agenda bestimmen.

Schlagwort aus diesem Artikel