EU-Führung lobt Annäherung zwischen USA und Iran

Die obersten Vertreter der EU haben die jüngsten Vereinbarungen zwischen Washington und Teheran ausdrücklich gewürdigt. Besonders im Hinblick auf künftige, umfassende Dialoge sieht die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hierin eine echte Chance. Vor Beginn des G7-Gipfels betonte sie, dass man am Ende gemeinsam einen Weg aus den aktuellen Konflikten finden wolle.

heute 15:44 Uhr | 4 mal gelesen

Die Öffnung der Straße von Hormus – und zwar gebührenfrei – steht für Ursula von der Leyen im Mittelpunkt. Denn: ‚Ohne freie Fahrt auf dieser Lebensader der Weltwirtschaft‘ kann es nach ihrer Ansicht weder Sicherheit noch stabiles Wachstum geben. Zugleich mahnt sie eindringlich, dass dauerhafte Entspannung in der Region Illusion bleibt, solange etwa im Libanon immer noch Chaos herrscht. Der Konflikt mit dem Iran habe offengelegt, wie sehr Europa von sicheren Energie-Transportwegen abhängt. Deshalb soll auf dem Gipfel intensiv beraten werden, wie diese Verwundbarkeit reduziert werden kann. Themen des dreitägigen Treffens: Nahost und seine wirtschaftlichen Auswirkungen, Chinas Übergewicht beim Export, kritische Rohstoffe und natürlich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Maximal fünf Arbeitssitzungen stehen auf dem Plan – etwas straffer als sonst. Am Dienstag wird auch der ukrainische Präsident Selenskyj erwartet, zusammen mit weiteren politischen Spitzen aus Indien, Brasilien, Ägypten und Südkorea. Eine große gemeinsame Abschlusserklärung ist nicht geplant – stattdessen Einzelstatements zu den wichtigsten Tagesordnungspunkten.

Ursula von der Leyen sieht im neuen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran einen bedeutenden Schritt in Richtung Deeskalation im Nahen Osten und fordert ein Ende von Nuklear- und Raketenprogrammen. Die Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus gilt als Voraussetzung für globale Stabilität; zugleich wird die Notwendigkeit betont, alternative Energie-Lieferwege zu finden, um Europas Abhängigkeiten zu vermindern. Die Tagesordnung des G7-Gipfels umfasst zudem Wirtschaftspolitik, Chinas Handelspraktiken, Rohstoffsicherheit und die Ukraine, wobei der Syrien- und Gazakonflikt ebenfalls eine Rolle spielt; seit kurzem berichten mehrere Medien von einer Neubelebung der Atomverhandlungen und neuen US-Diplomatie-Initiativen, während die EU auch auf humanitäre Krisen vermehrt eingehen will.

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