Eigentlich hätte wohl niemand geahnt, wie rasch sich geopolitische Großwetterlagen auf das tägliche Wirtschaftsleben einzelner Länder auswirken können. Doch Armenien ist gerade mittendrin: Moskau hat aus politischen Gründen plötzlich die Schraube angezogen, etwa mit fragwürdigen Importverboten für armenische Blumen – ja, sogar Blumen werden jetzt zur Schachfigur. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen meldete sich nach einem Austausch mit Armeniens Premierminister Paschinjan direkt zu Wort: Mehr als 50 Millionen Euro Soforthilfe wolle die EU überweisen, um erste Lücken zu stopfen. Mehr noch, die Gemeinschaft plant weitere Stützmaßnahmen – vom erleichterten Agrarhandel bis zur spezifischen Unterstützung etwa von Exporteuren, den von Russlands Maßnahmen besonders getroffenen Sektoren. Offiziell war auch von 10.000 Blumen die Rede, die noch diese Woche Richtung Lettland verschickt werden sollen. Mittelfristig will Brüssel die alten Handelsadern wiederbeleben, etwa eine mögliche Bahnverbindung mit der Türkei via Georgien. Von der Leyen sieht Armenien als künftiges Drehkreuz am Kreuzpunkt von Europa, Südkaukasus und Zentralasien – und mit Blick auf die Grenzinfrastruktur signalisiert die EU: Wir stehen bereit. Wie tragfähig das alles ist? Nun, das bleibt letztlich eine politische Wette.
Die Europäische Union hat auf die jüngsten russischen Handelssanktionen gegen armenische Produkte reagiert und ein Hilfspaket angekündigt, um die wirtschaftlichen Folgen für Armenien abzufedern. Ursula von der Leyen betonte dabei, dass Armenien strategische Bedeutung für die EU erlangen könnte, falls die regionalen Handelsrouten – mit Unterstützung aus Brüssel – wieder geöffnet werden. Aktuell ist Armenien wirtschaftlich stark von Russland abhängig; der Schritt der EU bedeutet daher nicht nur finanzielle Hilfe, sondern auch eine politische Annäherung an Europa. Zusätzliche Analysen berichten, dass Armenien bereits damit begonnen hat, neue Partnerschaften mit europäischen Nachbarn zu sondieren und gezielt alternative Absatzmärkte für seine landwirtschaftlichen Produkte sucht. Insbesondere die Beschränkungen gegen den Blumenexport haben für große Unsicherheit gesorgt. Wie verschiedene Quellen berichten, hält die Regierung in Jerewan dennoch am Kurs westlicher Integration fest, auch wenn dies kurz- bis mittelfristig wirtschaftliche Einbußen bedeuten könnte. Laut informierten Kreisen steht die EU außerdem im Dialog mit weiteren Kaukasus-Staaten, um regionale Handelswege resilienter zu gestalten und Moskaus Einfluss einzudämmen.