NRW schiebt Bauwende mit Innovations-Offensive an: Zwölf Lösungen für schnelleres und nachhaltiges Bauen vorgestellt

Ratingen – Auf dem ersten Innovations-Forum von Neues Bauen – 80 Sekunden und dem Kompetenzzentrum Serielle Sanierung der dena trifft greifbare Bauwende auf Praxis. Zwölf realisierbare Konzepte werden zur Blaupause für eine echte Zeitenwende der Bau- und Sanierungspraxis in ganz Deutschland.

heute 12:53 Uhr | 1 mal gelesen

Worte reichen mittlerweile nicht mehr – im Immobilienbereich ist Handeln gefordert. Genau darüber waren sich die Beteiligten des Innovations-Forums in Ratingen einig, das von Neues Bauen – 80 Sekunden gemeinsam mit dem dena-Kompetenzzentrum und Energiesprong DE ausgerichtet wurde. Brancheninsider aus Wohn- und Bauwirtschaft, Politik und Wissenschaft waren dabei – Ziel: Lösungen, die ausprobiert und direkt angewendet werden, nicht bloß diskutiert.

Statt der üblichen Frontbeschallung kamen Unternehmen zu Wort, deren Ideen schon durch den Praxistest gegangen sind. Ihr Anliegen: Die langwierigen Pilotprojekte endlich hinter sich lassen und Breitenwirkung entfalten. Offenbar ein Nerv der Zeit, denn die Nachfrage nach Teilnahme war hoch – 30 Unternehmen wollten dabei sein, zwölf schafften es ins Rampenlicht.

Tempo und weniger Papierkram, so der Tenor von NRW-Ministerpräsident Wüst:

"Bezahlbares Wohnen bleibt eine der entscheidenden sozialen Fragen. Um schneller und günstiger zu bauen, braucht es einfache Genehmigungen und anpassungsfähige Bauvorschriften. Für uns zählt: Mehr Tempo, weniger Bürokratie!"

Drei Kernthemen bestimmten das Forum: Geschwindigkeit, Kostenersparnis, und echte Klimaneutralität beim Bauen. Die präsentierten Lösungen reichten von vorgefertigten Bauteilen über energieeffiziente Fassaden bis zu digitalen Bauprozessen. Besonders betont wurde, dass die technische Seite bereits steht – jetzt muss der Transfer ins tatsächliche Bauen gelingen.

Uwe Bigalke (dena) unterstreicht:

"Innovation ist schon längst da, Projekte laufen. Entscheidend ist jetzt, Standardisierung, Automatisierung und einen digital vernetzten Ablauf hinzubekommen. NRW ist dabei ein Vorreiter – vertraut mehr auf das, was ihr könnt, und experimentiert!"

Das Forum setzte auf Matching statt Vorträge: Praktiker, Bauherren und Entwickler brachten ihre Vorhaben direkt mit Lösungen zusammen. "Kein Ideen-Schaufenster, sondern ein Marktplatz für sofort umsetzbare Technik!", hebt Robert Kroth (Neues Bauen – 80 Sekunden) hervor.

Die Ergebnisse: Konkrete Vernetzungen, erste Projektgespräche und Kooperationsideen – es blieb nicht bei Präsentationen. Gewinner-Teams präsentierten Lösungen für schnelles Bauen (RENOWATE), günstigen Wohnbau (nyoo) und nachhaltige Gebäudetechnik (TOWERN3000).

Debattiert wurde jedoch auch, wo es hakt: Bürokratie und langwierige Verfahren seien noch immer das größte Hemmnis für Fortschritt – weniger Vorschriften, mehr Vertrauen in funktionierende Neuerungen lautet die Forderung. In der Umsetzung sieht sich auch Mitsubishi Electric als Partner der Transformation.

Das Event ist erst der Anfang: Die Innovations-Offensive tourt weiter durch Deutschland – mit Hamburg, Berlin, Brandenburg und dem Süden als nächste Stationen. Ziel: Lösungen nicht archivieren, sondern wirklich warten, dass sie in die breite Anwendung kommen.

Bei Rückfragen: Hannah-Louisa Hochbaum, digitalis365 GmbH, presse@digitalis365.com

Originalmeldung übermittelt von Neues Bauen – 80 Sekunden via News Aktuell. Mehr unter ots.de

Nordrhein-Westfalen setzt mit seinem Innovations-Forum rund um die Bauwende ein sichtbares Zeichen: Hier geht es darum, erprobte und marktreife Neuerungen sofort in reale Immobilienprojekte zu bringen und dabei die Hürden klassischer Pilotphasen zu überspringen. Zwölf ausgewählte Unternehmen zeigten etwa Ansätze für industrielle Vorfertigung, digitale Planung sowie energieeffiziente, integrierte Fassadensysteme – ein klarer Fokus auf schnelle und nachhaltige Umsetzung mit möglichst wenig Regulierung und Bürokratie. Die Politik, vertreten durch Ministerpräsident Wüst, machte deutlich: Tempo, weniger formale Auflagen und gebündeltes Know-how sollen dafür sorgen, dass Klimaziele im Gebäudesektor auch wirklich erreicht werden können. Im Zuge aktueller Recherchen (taz, Spiegel, Zeit u.a.) wird deutlicher denn je: Das deutsche Bau- und Sanierungsgeschehen steht unter massivem Anpassungsdruck. Viele Städte sehen sich mit immer höheren Baukosten und einem immensen Sanierungsstau konfrontiert – neuartige Kooperationsplattformen, fokussierte Innovationsnetzwerke und serielle Sanierungslösungen werden daher als Schlüssel für ein schnelleres und klimaneutraleres Bauen gehandelt. Angesichts des ohnehin angespannten Wohnungsmarktes begrüßen sowohl die Branche als auch Beobachter, dass Nordrhein-Westfalen die beschleunigte Umsetzung innovativer Baukonzepte aktiv vorantreibt und damit für andere Bundesländer zum Vorbild werden könnte.

Schlagwort aus diesem Artikel