NRW-SPD strebt radikalen Umbau des Schulsystems an: Nur noch zwei weiterführende Schulformen geplant

Die nordrhein-westfälische SPD steht vor einem bildungspolitischen Umbruch: Das vielfältige Schulsystem soll auf das Wesentliche reduziert werden.

heute 13:02 Uhr | 3 mal gelesen

Sich ständig im Dschungel aus Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Gymnasium, Sekundarschule und wie sie alle heißen verlieren – genau das will die SPD in Nordrhein-Westfalen offenbar beenden. Laut neuesten Informationen – der 'Spiegel' hat es zuerst berichtet – setzt Jochen Ott, der voraussichtlich nächste Spitzenkandidat der SPD und selbst (gewissermaßen aus dem Maschinenraum Schule kommend) Lehrer ist, auf Einfachheit: künftig sollen im Kern nur noch Gymnasien und Gesamtschulen die Landschaft der weiterführenden Schulen prägen. 'Das System ist einfach zu viel – keiner versteht mehr, was das alles soll', so Ott sinngemäß. Knackpunkt des Konzepts: Nicht-gymnasiale Schulen sollen deutlich bessere Bedingungen erhalten, ähnlich wie das in Hamburg der Fall war. Interessant: Ott stichelt ziemlich unverblümt gegen das Sommerferientermin-Chaos und Bayern – da sei das Argument mit den Erntekindern aus heutiger Sicht einfach nicht mehr nachvollziehbar. NRW solle im Bund mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen und nordrhein-westfälisch-untypisch mit etwas 'dickerer Schultern' auftreten – klar, im Föderalismus geht gerne mal alles drunter und drüber. In Kürze wird Ott wohl offiziell als Spitzenmann der SPD gekürt; Wahl in Düsseldorf ist erst 2027, die Richtung steht aber offenbar jetzt schon fest. Schwarz-Grün regiert aktuell – ob die SPD dran bleibt, entscheidet sich nicht zuletzt an der Glaubwürdigkeit solcher Mammut-Reformen.

Die Diskussion um die Vereinfachung des Schulsystems in NRW schlägt hohe Wellen – nicht zuletzt, weil das Land traditionell eine immense Vielfalt an Schulformen hatte. Jochen Ott will damit nicht bloß Bürokratie abbauen, sondern letztlich auch mehr Gleichberechtigung zwischen den Schulen schaffen; der Blick geht nach Hamburg, wo ähnliche Reformen umgesetzt wurden, inklusive einer Konzentration von Ressourcen auf die nicht-gymnasialen Schulformen. Die Frage, wie verbindlich und realistisch dieses Zweischulmodell wirklich ist, wird bereits kontrovers diskutiert – gerade, weil die Kommunen, Lehrerverbände und Eltern oft sehr unterschiedliche Interessen vertreten. Akut steht außerdem eine breiter geführte Debatte um die Sommerferienregelung im Raum, die immer wieder an den Eigenheiten der föderalen Länderinteressen scheitert. – Nach aktuellem Stand ist diese Reformidee ein wichtiger Baustein für den künftigen SPD-Wahlkampf in NRW, stößt aber – wie erste Reaktionen zeigen – längst nicht überall auf Begeisterung.

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