Familienministerin Prien: Verständnis für Frauenstreik – Gleichstellung bleibt Baustelle

Karin Prien (CDU), zuständig für Familienpolitik, signalisiert Respekt für den geplanten Frauenstreiktag am 9. März und wirft einen kritischen Blick auf den Stand der Gleichstellung in Deutschland.

heute 06:59 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal muss es eben ein kraftvolles Zeichen sein – das scheint zumindest Karin Prien zu denken. Die CDU-Familienministerin äußerte sich gegenüber den Funke-Zeitungen durchaus wohlwollend zum Frauenstreiktag. Sie erinnerte an den historischen Frauenstreik vor 50 Jahren in Island, der die Gleichstellung dort ordentlich in Schwung brachte. Für sich selbst wäre ein Streik zwar kein bevorzugtes Mittel, doch sie kann gut nachvollziehen, warum Frauen zu solchen Maßnahmen greifen: "Wer Veränderungen anstoßen will, muss manchmal eben auch bereit sein, gewisse Konsequenzen zu tragen." Das bestehende Arbeitsrecht, das eigentlich nur gewerkschaftlich organisierte Streiks erlaubt, sieht sie da weniger als Hindernis denn als Herausforderung – mit ein bisschen Mut eben. Prien betonte, dass Gleichstellung keine nette Idee, sondern ein klarer Auftrag des Grundgesetzes sei. Trotzdem: Bis zur tatsächlichen Parität ist der Weg noch weit. Verbesserungen beim Zugang zu Bildung und Karrieren erkennt sie zwar an, doch Führungsetagen, eine gerechte Bezahlung und repräsentative Parlamente bleiben Problemzonen. Besonders bitter: Die Zahl weiblicher Abgeordneter im Bundestag ist zuletzt sogar gesunken. Prien will deshalb die Diskussion über gerechte Vertretung auf allen Ebenen – vom Parlament bis zur Kommunalpolitik – ankurbeln. Mehr Verlässlichkeit, Kinderbetreuung und familienfreundliche Sitzungszeiten sieht sie als zwingend an, um mehr Frauen für Politik zu gewinnen. Abschließend lobt sie Friedrich Merz für seinen Anteil an der Frauenquote in der CDU. Allerdings, und das klingt bei ihr spürbar selbstkritisch, bleibt noch viel zu tun.

Karin Prien nimmt den geplanten Frauenstreiktag am 9. März zum Anlass, um grundsätzliche Probleme bei der Gleichstellung von Frauen in Deutschland zu benennen und ihre Solidarität mit den Streikenden auszudrücken. Sie unterstreicht, dass rechtliche und gesellschaftliche Hindernisse – wie das Arbeitsrecht und mangelnde Vereinbarkeit von Politik und Familie – weiter bestehen, und fordert ein ernsthaftes Umdenken in Politik und Gesellschaft. Neuere Nachrichten greifen die Thematik ebenfalls vermehrt auf: In Island nannten Medien den Frauenstreik von 1975 einen 'Wendepunkt' für Gleichstellung. Gerade in Deutschland wird aber weiterhin deutlich auf die bestehende Gender Pay Gap, unzureichende Repräsentation in Parlamenten und Führungspositionen hingewiesen. In den letzten Stunden berichteten verschiedene Medien über die bevorstehenden Aktionen zum Internationalen Frauentag, darunter die Forderung nach einem Equal-Pay-Gesetz, Anliegen der Gewerkschaften und neue Initiativen in der Politik. Besonders diskutiert werden außerdem die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland in Sachen Gleichstellung, sowie kritische Stimmen, die auf Rückschritte in der Parlamentarierinnenquote im Bundestag hinweisen.

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