Familienministerin überlegt Kürzung der Elterngeldzeit zugunsten höherer Leistungen

Die Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) denkt laut über eine Reduzierung der maximalen Bezugsmonate beim Elterngeld nach, wenn im Gegenzug die monatlichen Zahlungen steigen würden. "Ich könnte mir vorstellen, dass eine Verkürzung Sinn ergibt, wenn man die Ersatzrate sowie Mindest- und Höchstgrenzen gleichzeitig anpasst", raunte Prien dem Magazin Politico zu.

heute 13:45 Uhr | 3 mal gelesen

Aktuell ist es so: Eltern stehen gemeinsam 14 Monate Elterngeld zu – von denen jeder Partner wenigstens zwei Monate übernehmen muss. Die Ersatzrate beträgt zurzeit 65 Prozent des jeweiligen Nettoeinkommens, mit einer Bandbreite zwischen 300 Euro als Minimum und maximal 1.800 Euro pro Monat. Gleichzeitig gibt es Überlegungen, die Väter in Sachen Elternzeit stärker in die Pflicht zu nehmen. Sprich: Um vollen Anspruch auf die 14 Monate zu haben, müssten Väter künftig mehr als die bisher geforderten zwei Monate Elternzeit nehmen. Prien meint dazu, es beträfe vielleicht Paare, die den „vollen Elterngeldbezug“ anstreben. Im Koalitionsvertrag, auf dessen Basis Prien ihre Ideen entwickelt, sei festgehalten: Die Politik wolle partnerschaftlichere Aufteilung von Fürsorgearbeit. Obwohl im Detail vieles noch offen bleibt, zeichnet sich eine Verschiebung von reinen Zeitansprüchen zu finanziellen Anreizen ab. Wobei – das ist auch nicht ohne Tücken, mal ehrlich.

In den letzten Tagen ist die Debatte um das Elterngeld wieder in Fahrt gekommen. Nicht nur wegen Priens Überlegungen zur Verkürzung, sondern auch, weil die steigenden Lebenskosten Eltern vermehrt vor finanzielle Hürden stellen. Aktualisierte Zahlen zeigen, dass viele Väter nach wie vor selten länger Elternzeit nehmen, was den Druck auf bestehende Modelle erhöht. Außerdem steht das Elterngeld häufig im Zentrum von Sparmaßnahmen; politische Stimmen warnen davor, dass kurzfristige Kürzungen langfristig eher das Gegenteil erzeugen könnten – zum Beispiel weniger Gleichberechtigung bei der Kindererziehung und noch mehr Stress in jungen Familien. Bundesweit sammeln Lobbygruppen Forderungen für eine nachhaltigere Familienpolitik, während Länder wie Frankreich oder Schweden als positive Kontraste zitiert werden (mit längeren, aber auch flexibleren Elternzeiten und oftmals höheren Ersatzraten). Die neuen Vorschläge, die Partnerschaftlichkeit betonen und finanzielle Aspekte priorisieren, müssen sich allerdings noch gegen zahlreiche Vorbehalte aus Praxis und Politik behaupten. Recherche-Update: - Nach aktuellen Umfragen wünschen sich viele Eltern tatsächlich flexiblere Modelle sowie höhere finanzielle Unterstützung – gleichzeitig sind aber Ängste vor einer rein finanziellen Lösung groß. - Im Haushaltsausschuss werden Sparmaßnahmen weiterhin kontrovers diskutiert, mit der familienpolitischen Opposition, die teils grundsätzlichen Reformbedarf anmeldet.

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