Pflegereform: Patientenschützer nehmen Warken ins Visier

Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz spart nicht mit Kritik: Die Reformvorschläge der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geraten unter Beschuss, weil pflegende Angehörige weiter benachteiligt werden.

heute 13:42 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist ein altbekanntes Dilemma: Viele Menschen reduzieren ihren Job, kündigen gar, um sich um pflegebedürftige Familienmitglieder zu kümmern. Und dafür? Bleiben sie auf Einbußen sitzen, nicht nur im Portemonnaie, sondern – so wie's aussieht – auch später bei den Rentenpunkten. Brysch bringt es auf den Punkt: Gerade jene, die den Pflegesektor stützen und das System faktisch am Laufen halten, sollen nach dem neuen Entwurf der Pflegereform weniger rausbekommen. Ist das wirklich Anerkennung? Eher nicht – eher ein Rückschritt, meint Brysch. In seinen Worten klingt auch Enttäuschung an: "Der Pflegedienst Deutschlands wird abgestraft." Vielleicht übertreibt er etwas, vielleicht auch nicht. Jedenfalls lenkt er den Blick auf einen Konflikt, der nicht nur politisch, sondern auch sehr persönlich ist. Und diese ehrliche, manchmal bittere Kritik geht im politischen Alltag viel zu oft unter.

Die geplante Reform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stößt bei Patientenschutzverbänden auf heftigen Widerstand – besonders, weil sie pflegende Angehörige mit Rentenkürzungen trifft statt sie zu unterstützen. Während immer mehr Menschen ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Pflege reduzieren, drohen ihnen nun finanzielle Nachteile, was bei Betroffenen und Experten für Empörung sorgt. Darüber hinaus gibt es auch Kritik an der fehlenden nachhaltigen Lösung für die Finanzierung der Pflege insgesamt, wobei viele fordern, endlich tragfähige Modelle zu entwickeln, die sowohl professionelle Pflegekräfte als auch private Pflegende entlasten und würdigen.

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