Das Thema Familienreservierung bei der Deutschen Bahn ist derzeit alles andere als abgehakt. Zugegeben, ich hätte nicht gedacht, dass ein so vermeintlich banales Thema so viele Menschen elektrisiert – aber laut aktueller Meldung der "Rheinischen Post" haben sich bereits 128.000 Personen zur Rückkehr der Familienplatzreservierung bekannt und das in Form einer offiziellen Petition. Initiiert wurde das Ganze vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) – und dessen Chef, Matthias Kurzeck, sprach klare Worte: Für ihn ist der Protest ein deutliches Zeichen, dass die Bahnkundschaft mit der Servicepolitik der DB nicht einverstanden ist – kurzum: Da läuft was schief.
Die Petition ist inzwischen bei der Deutschen Bahn gelandet. Kurzeck sieht darin einen drängenden Handlungsaufruf: Jetzt, wo Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gerade seine neue 'Agenda für zufriedene Kunden' präsentiert hat, läge der Ball bei Bahn und Ministerium. Sie könnten – oder sollten? – mit der Wiedereinführung der Familienreservierung zum Dezember-Fahrplanwechsel zeigen, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben.
Klartext: Nach dem jetzigen Stand zahlen Familien, die beispielsweise zu viert reisen (und das bitte Hin und Zurück), extra 44 Euro für Sitzplätze. Für viele ein stolzer Preis, der gerade Familien mit kleinerem Budget extra Hürden aufstellt. Und ist es nicht das eigentliche Ziel der Bahn, Familien aus dem Auto zu locken? So sieht es zumindest der VCD. Aber: Die neue Bahn-Chefin bleibt hart. Laut eigener Aussage – kurz nach ihrem Dienstantritt – ist eine Rückkehr zur alten Regelung nicht geplant. Immerhin, familienfreundlich sei man ja ohnehin schon, meint sie. Ein bisschen fühlt sich das an wie ein Ohrfeigen-Kommentar nach dem Motto 'Ihr habt doch schon genug'.
Ob das Thema damit erledigt ist? Wohl kaum. Aus eigener Erfahrung: Wer Kinder hat und schon mal spontan einen Platz im Großraumwagen gesucht hat, weiß, wie schnell aus einer Zugfahrt ein Nervenkrimi wird. Es bleibt also spannend.
Die Debatte um die Abschaffung der kostenfreien Familienplatzreservierung bei der Deutschen Bahn hält an. Während 128.000 Bürger in einer Petition für die Wiederaufnahme zum Fahrplanwechsel plädieren, zeigt sich die Bahn-Führung weiter unnachgiebig und verweist auf bestehende familienfreundliche Angebote. In jüngsten Medienberichten wurde darauf hingewiesen, dass zahlreiche Familien den höheren finanziellen und organisatorischen Aufwand durch die Reservierungsgebühren kritisieren und damit befürchten, dass Reisen mit Kindern so erheblich unattraktiver werden – was nach Ansicht von Verbänden der Verkehrswende zuwiderläuft. Weiteren Recherchen zufolge wird das Thema aktuell nicht nur von Fahrgastverbänden, sondern auch von Social-Media-Nutzern und Politikerinnen diskutiert, wobei insbesondere die zeitliche Nähe zur "Agenda für zufriedene Kunden" des Verkehrsministers zu weiterem Druck auf Bahn und Politik führt. Die Bahn verweist nach eigenen Aussagen darauf, dass es im Fernverkehr bereits Extra-Angebote für Familien gebe, die allerdings als nicht ausreichend wahrgenommen werden. Hinter den Kulissen wird bereits über Ansätze diskutiert, wie man Familien künftig besser berücksichtigen könnte, möglicherweise auch in Form neuer Tarifmodelle.