Friedrich Merz fordert Kürzungen beim EU-Haushalt

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drängt auf eine signifikante Reduzierung des künftigen EU-Finanzrahmens ab 2028. Seiner Ansicht nach ist der aktuelle Vorschlag finanziell überdimensioniert und nicht tragbar.

heute 10:36 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal frage ich mich, wie oft man in Brüssel eigentlich den Rotstift ansetzen muss, bis es mal reicht. Friedrich Merz jedenfalls hat gerade beim Treffen mit den anderen Regierungschefs kein Blatt vor den Mund genommen: Ihm sind die geplanten Ausgaben der EU für die nächsten Jahre schlicht zu hoch. Er sagt ziemlich unverblümt, die EU dürfe auf keinen Fall weiter Schulden aufnehmen – er werde darauf auch im Rat erneut beharren. Für Merz steht offenbar fest: Nur ausgeben, was tatsächlich an Mitteln vorhanden ist, alles andere wäre unverantwortlich. Übrigens steht er mit dieser Meinung nicht alleine da, auch wenn andere Länder es weniger streng sehen. 'Es muss ein einstimmiges Ergebnis her', meinte er – klingt fast wie ein kleiner Seitenhieb, denn gerade bei kontroversen Themen wie dem Budget kochen die Gemüter schnell hoch. Merz’ Linie ist jedenfalls klar, und seine Ansage in Brüssel lässt wohl ahnen, dass die Debatte mal wieder eine lange werden könnte.

Friedrich Merz will das EU-Budget ab 2028 deutlich senken und lehnt eine Ausweitung der EU-Schulden strikt ab. Er betont die Notwendigkeit, nur Ausgaben zu tätigen, für die realistische Einnahmen existieren, und verweist darauf, dass mehrere EU-Mitgliedstaaten eine ähnliche Haltung vertreten, auch wenn sie in der Minderheit sind. In der aktuellen Debatte über den EU-Haushalt stehen die Interessen von Nettozahlern wie Deutschland verstärkt im Fokus, während andere Länder höhere Ausgaben fordern, zum Beispiel für Migration, Rüstung oder den Ukraine-Krieg. Der künftige Mittelfristige Finanzrahmen (2028-2034) ist politisch besonders umstritten, weil zahlreiche neue Ausgabenschwerpunkte – etwa im Sicherheitsbereich – den finanziellen Druck auf alle Mitglieder erhöhen. Brüssel ringt um einen Kompromiss zwischen Haushaltsdisziplin und gemeinschaftlichen Investitionen, gleichzeitig steht die Glaubwürdigkeit der EU-Finanzpolitik auf dem Spiel. Zuletzt gab es laut Medienberichten erste vorsichtige Annäherungen im Rat, doch eine Einigung gilt weiterhin als unsicher.

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