Gewerkschaften machen Front gegen Lockerung des Arbeitszeitgesetzes

Die geplanten Änderungen am Arbeitszeitgesetz stoßen auf massiven Widerstand seitens der Gewerkschaften, die Protestaktionen bis hin zu Streiks nicht ausschließen. Frank Werneke von Verdi betont, man werde sich gegen die Lockerungen sowohl in den Betrieben als auch öffentlich zur Wehr setzen.

heute 06:32 Uhr | 2 mal gelesen

Mit den Vorhaben der Bundesregierung, die Regelungen im Arbeitszeitgesetz aufzuweichen, gießen Gewerkschafter wie Frank Werneke und Robert Feiger ordentlich Öl ins Feuer. Werneke spricht offen davon, dass Arbeitgeber dadurch leichter auf Kosten der ohnehin schon ausgelaugten Beschäftigten mehr Arbeit herausholen könnten – die Gesundheit? Bleibe dabei auf der Strecke. Interessant ist, wie energisch Feiger von der IG Bauen-Agrar-Umwelt das Thema auflädt: Für ihn ist der Acht-Stunden-Tag kein Anachronismus, sondern ein Schutzschild sozialer Fairness. Er warnt: Bei einer Abschwächung bekämen vor allem Angestellte ohne Tarifvertrag die Zeche präsentiert – längere Arbeitstage, weniger Verschnaufpausen, mehr Leistungsdruck. Etwas bitter bleibt der Gedanke: Wird „Flexibilität“ am Ende bloß ein schönes Wort für Mehrarbeit ohne Schutz?

Die Debatte um die geplanten Anpassungen des Arbeitszeitgesetzes nimmt an Schärfe zu. Arbeitnehmervertreter befürchten vor allem Verschlechterungen bei Schutzvorschriften und eine Zunahme psychischer Belastungen. Laut Arbeitsrechtsexperten der Hans-Böckler-Stiftung ist besonders die Gruppe der nicht tarifgebundenen Beschäftigten gefährdet, da sie mit längeren Arbeitszeiten und geringeren Erholungsmöglichkeiten rechnen müssen. Auch aktuelle Berichte unterstreichen, dass in Branchen ohne starken Tarifschutz die Gesundheitsgefahren durch Arbeitszeitverlängerungen besonders hoch sind, während Arbeitgeberverbände in erster Linie auf internationale Wettbewerbsfähigkeit und moderne Arbeitszeitanpassungen pochen.

Schlagwort aus diesem Artikel